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Fischer setzen auf Nachhaltigkeit

Die deutschen Fischer sehen sich als Vorreiter einer nachhaltigen Entwicklung. Auf dem Fischereitag in Papenburg bekräftigten sie die Ausrichtung der Bewirtschaftung aquatischer Ressourcen an den Prinzipien der Nachhaltigkeit und verwiesen auf die Erfolge der Vergangenheit. Demnach soll im Nordost-Atlantik einschließlich Nord- und Ostsee der Anteil überfischter Bestände in den vergangenen 7 Jahren von 94 Prozent auf 47 Prozent zurückgegangen sein.

Papenburg (csr-news) > Die deutschen Fischer sehen sich als Vorreiter einer nachhaltigen Entwicklung. Auf dem Fischereitag in Papenburg bekräftigten sie die Ausrichtung der Bewirtschaftung aquatischer Ressourcen an den Prinzipien der Nachhaltigkeit und verwiesen auf die Erfolge der Vergangenheit. Demnach soll im Nordost-Atlantik einschließlich Nord- und Ostsee der Anteil überfischter Bestände in den vergangenen 7 Jahren von 94 Prozent auf 47 Prozent zurückgegangen sein.

Diese Erfolge sind das Ergebnis von gezielten Bewirtschaftungsmaßnahmen, heißt es in einer Resolution zur Reform der europäischen Fischereipolitik. Bereits jetzt sind mehr als 60 Prozent der deutschen Anladungen ökozertifiziert oder befinden sich im Zertifizierungsprozess. Der Umsatz der Fangwirtschaft in der Seefischerei (Kutter und Hochsee) betrug im Jahr 2010 insgesamt 194 Millionen Euro. Die Umsätze der Binnenfischerei und Fischzucht werden auf rund 210 Millionen Euro geschätzt. In der Erzeugung sind in Deutschland ca. 7.000 Menschen beschäftigt.

Dass eine nachhaltige Fischerei auch steigende Erträge bedeutet, sei bereits jetzt zu sehen. Bis spätestens 2015, in Ausnahmefällen auch 2020, sollen die europäischen Fischer nach dem Prinzip des maximalen Dauerertrags bewirtschaftet werden. Dieser entspricht dem Prinzip der Nachhaltigkeit, wie er von Carl von Carlowitz für die Forstwirtschaft begründet wurde, heißt es dazu in einer Erklärung aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium. Staatssekretär Bleser sagte auf dem Fischereitag: „Wir sollten uns in den weiteren Verhandlungen über die GFP-Reform (Reform einer gemeinsamen europäischen Fischereipolitik) mit allem Nachdruck für das deutsche Nachhaltigkeitsmodell einsetzen. Was für den Wald gilt, muss künftig auch für die Meere und Binnengewässer gelten“.

Bei allem Für und Wieder einer nachhaltigen Fischerei hat sich in den letzten Jahren vor allem eine rasant wachsende Fischzuchtindustrie entwickelt, um den Bedarf in den Supermärkten decken zu können. Welche Nachhaltigkeitsrisiken die Fischzucht mit sich bringt, hat die Schweizer Bank Sarasin in ihrem aktuellen Sustainability Spotlight beleuchtet. Alarmierende Erkenntnis: Entgegen der Annahme, Fischzucht würde die natürlichen Bestände entlasten, ist genau das Gegenteil eingetreten. „Der Druck auf die Wildbestände hat sich durch die Zucht erhöht“, so der Bericht, „weil das Futter der weltweiten Aquakulturen zu 60 Prozent aus Wildfang stammt“. Hinzu kommt der problematische Einsatz von Antibiotika und anderen Medikamenten. In der Branche sind der Bank zufolge für die Zukunft strengere Kontrollen zu erwarten.

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