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UNO warnt vor Kosten für Umwelt und Gesundheit durch Chemieprodukte

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) hat vor steigenden Kosten für Umwelt und Gesundheit durch den vermehrten Einsatz von Chemie in Industrie und Landwirtschaft gewarnt. Vor allem Schwellen- und Entwicklungsländer seien zunehmend abhängig von chemischen Produkten, erklärte UNEP-Chef Achim Steiner bei der Vorstellung eines neuen Berichts des UN-Umweltprogramms.

Nairobi (afp) – Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) hat vor steigenden Kosten für Umwelt und Gesundheit durch den vermehrten Einsatz von Chemie in Industrie und Landwirtschaft gewarnt. Vor allem Schwellen- und Entwicklungsländer seien zunehmend abhängig von chemischen Produkten, erklärte UNEP-Chef Achim Steiner am Mittwoch bei der Vorstellung eines neuen Berichts des UN-Umweltprogramms. „Das darf nicht auf Kosten der Gesundheit der Menschen und der Umwelt gehen.“

„Umweltverschmutzung und Krankheiten, die in Zusammenhang stehen mit der Nutzung, Herstellung und nicht nachhaltigen Entsorgung von chemischen Produkten – von Düngern über petrochemische Produkte bis hin zu elektrischen Geräten und Kunststoffen – können Fortschritte und das Erreichen von zentralen Entwicklungszielen behindern“, warnte Steiner. Gefährdet seien die Versorgung mit Wasser, die Nahrungsmittelsicherheit sowie das Wohlergehen und die Produktivität von Arbeitern.

Das Umweltprogramm schätzt, dass allein im südlichen Afrika die Kosten durch gesundheitliche Schädigungen wegen des Einsatzes von Pestiziden in kleinen landwirtschaftlichen Betrieben zwischen 2005 und 2020 rund 90 Milliarden Dollar (rund 70 Milliarden Euro) betragen werden. Der Schaden für chinesische Fischereibetriebe durch Wasserverschmutzung wird auf 634 Millionen Dollar (503 Millionen Euro) allein in einem Jahr geschätzt.

Ein Großteil der Kosten der Umweltverschmutzung durch chemische Produkte werde nicht von der Industrie, sondern von den Gesundheitssystemen und Privatleuten getragen, beklagt das Umweltprogramm. Von den derzeit im Handel befindlichen rund 140.000 Chemikalien sei nur ein „Bruchteil“ sorgfältig auf ihre Folgen für Gesundheit und Umwelt hin untersucht worden.

Dem UNEP-Bericht zufolge wird der Verkauf von Chemikalien weltweit bis 2050 jedes Jahr um drei Prozent anwachsen. In Afrika und im Nahen Osten dürfte die Chemieproduktion bis 2020 um 40 Prozent, in Lateinamerika um 33 Prozent steigen.

Der Bericht >> als PDF (Englisch) zum Download

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