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Chef der Bundesagentur für Arbeit offen für Mindestlohn

Berlin (afp) – Der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, zeigt sich offen für die Einführung eines Mindestlohns in Deutschland. Dieser müsse allerdings über 7,50 Euro pro Stunde liegen, weil zumindest Alleinstehende diese Summe bereits über die Grundsicherung bekommen könnten, sagte Weise der Tageszeitung „Die Welt“ vom Samstag. Ein zu hoher Mindestlohn könne wiederum Arbeitsplätze kosten.

Psychologisch sei es aber „vielleicht nicht schlecht, eine Grenze nach unten einzuziehen“, sagte Weise der Zeitung. „Schließlich erwarten wir von den Arbeitslosen heute Mobilität, Flexibilität und Qualifizierung – da sollte es eine Mindestwertschätzung geben“, fügte er hinzu.

Für das kommende Jahr rechnet Weise mit einer Stagnation am deutschen Arbeitsmarkt. Wenn es „von außen keine unerwartet großen Schocks gibt“, werde sich die Arbeitslosenzahl „in einem Korridor von 2,8 bis 2,9 Millionen“ bewegen, sagte er. Im Winter werde die Zahl allerdings witterungsbedingt wieder über die Marke von drei Millionen steigen.