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Nachhaltigkeits-Stresstest: Gerüstet für die nächsten zwanzig Jahre?

Nachhaltiges, Verantwortliches wirtschaften gilt heute in vielen Großunternehmen als Kernforderung für Wachstum und langfristigen Erfolg. Aber sind die bestehenden Nachhaltigkeits-Strategien tatsächlich ausreichend? Das Frankfurter BearingPoint Institute hat dazu die 30 marktführenden Unternehmen verschiedener Branchen einem Stresstest unterzogen. Ergebnis: Kein Unternehmen hat vollständig bestanden.

Frankfurt (csr-news) > Nachhaltiges, Verantwortliches wirtschaften gilt heute in vielen Großunternehmen als Kernforderung für Wachstum und langfristigen Erfolg. Aber sind die bestehenden Nachhaltigkeits-Strategien tatsächlich ausreichend? Das Frankfurter BearingPoint Institute hat dazu die 30 marktführenden Unternehmen verschiedener Branchen einem Stresstest unterzogen. Ergebnis: Kein Unternehmen hat vollständig bestanden.

Zwar zeigen die Ergebnisse der Untersuchung einen grundsätzlichen Wandel im Denken, nach Einschätzung der Autoren sind aber noch enorme Transformationsleistungen erforderlich. Zusätzlich zum Stresstest wurde untersucht, warum Unternehmen Nachhaltigkeitsstrategien verfolgen und wie diese in den Organisationen integriert und umgesetzt werden. Dabei zeigte sich, das: „Die meisten Unternehmen ihre Geschäftsmodelle kurz- bis mittelfristig gestalten und dadurch versuchen, die unmittelbaren Risiken des dynamischen Marktgeschehens zu minimieren. Das erklärt, warum sie die Welt bis 2030 nicht im Blick haben“, so Peter Niedermayer, Partner bei BearingPoint. In den zurückliegenden Jahren wurden Nachhaltigkeitsstrategien oftmals definiert um Regulierungsanforderungen zu erfüllen oder um das Unternehmensimage „grün zu waschen“ heißt es in der Studie. Dagegen würden heute Nachhaltigkeitsinitiativen genutzt, um beispielsweise Interessengruppen stärker in Entscheidungsprozesse einzubinden und dadurch die positive Bindung ans Unternehmen zu stärken. Nachhaltigkeit gilt als wichtiges Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb, für einige Unternehmen gar als essenziell, um mittelfristig überleben zu können. Trotzdem: Obwohl zahlreiche Nachhaltigkeitsinitiativen gestartet wurden und inzwischen sogar messbare wirtschaftliche Vorteile erzielt werden, halten die Modelle der Unternehmen künftigen Anforderungen nicht stand, so die Autoren. „Wer sich in volatiler werdenden Märkten behaupten will, muss umdenken. Stabilität und Erfolg können nur erreicht werden, wenn Nachhaltigkeitsaspekte effizient in Strategien und Transformationsprozesse einbezogen und langfristig umgesetzt werden“, so Niedermayer.

Der Nachhaltigkeits-Stresstest wurde für die drei Wirtschaftszweige Verbrauchsgüter, Finanzdienstleistung und B2B entwickelt. Mit seiner Hilfe soll untersucht werden, wie stabil und krisenfest das Nachhaltigkeitsengagement im Unternehmen verankert ist. Anhand von sechs Leitlinien wird, die analysiert ob ein Unternehmen auch zukünftigen ögologischen, sozialen und ökonomischen Anforderungen gerecht wird. Die Leitlinien betreffen die Unternehmenskultur, Kostenkontrolle, Risikovorbeugung, die Rentabilität von Innovationen, die Sicherung strategischer Ressourcen und die Vertrauensbildung.

Die vollständige Studie „Will your company pass the Sustainability Stress Test“ können Sie unter institute@bearingpoint.com anfordern.

 

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