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Noch kein Entschluss der Deutschen Bank zu Lebensmittel-Spekulation

Berlin (afp) – Die Deutsche Bank hat noch nicht entschieden, ob sie aus der Spekulation mit Lebensmittel-Rohstoffen aussteigen soll. „Wir lassen uns hier nicht in eine Ecke treiben“, sagte der Ko-Chef des Geldinstituts, Jürgen Fitschen, der „Welt am Sonntag“. Die Deutsche Bank sei aber nicht verantwortlich für den Hunger auf der Welt – die Preise an den Getreide-, Mais- und Reismärkten würden vor allem von Naturkatastrophen getrieben. Fitschen sagte, die Bank selbst spekuliere nicht in Lebensmittel-Märkten, sondern biete lediglich Anlageprodukte für Investoren an.

Banken und anderen Finanzanbieter stehen schon seit längerem bei Umweltschützern und Menschenrechts-Organisationen in der Kritik, weil sie Investmentprodukte für Agrarrohstoffe anbieten. Diese Finanzprodukte werden von den Kritikern unter anderem für starke Preisschwankungen und vor allem Preisanstiege verantwortlich gemacht. Dadurch seien Lebensmittel in vielen Ländern in den vergangenen Jahren zeitweise zum Teil deutlich teurer geworden.

Fitschens Vorgänger Josef Ackermann hatte vergangenes Jahr angekündigt, den Ausstieg aus diesem Geschäft zu prüfen. „Diese Sache ist noch nicht entschieden“, die Bank prüfe sehr genau, sagte Fitschen nun: „Wenn wir das Umfeld an den Lebensmittelmärkten positiv verändern können, werden wir das selbstverständlich tun.“ Die Deutsche Bank strebt derzeit einen Wandel ihres Bildes an. Dazu gehöre auch, notfalls auf bestimmte Geschäfte zu verzichten, wenn die Gefahr bestehe, dass eine Transaktion die Bank irgendwann in einem schlechten Licht erscheinen lasse, sagte Fitschen.

Im Frühjahr hatte die DekaBank – die Fondstochter der Sparkassen – angekündigt, Geldanlagen auf Lebensmittel-Rohstoffe nicht mehr anbieten zu wollen. Auch die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und die Landesbank Berlin (LBB) kündigten einen Ausstieg aus der Spekulation mit Lebensmittel-Rohstoffen an.

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