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Klimaforscher Markku Kulmala mit Bayer Climate Award 2012 geehrt

Kleine feste oder flüssige Partikel, die in der Atmosphäre in Gemischen mit Gasen – sogenannten Aerosolen – vorkommen, können unter bestimmten Umständen die Temperatur der Erde senken und damit den Klimawandel mildern. Die Formation dieser kleinen Partikel in der Atmosphäre ist wesentlich für das Klima. Diese fundamentale Erkenntnis verdankt die Klimaforschung Professor Dr. Markku Kulmala von der Universität Helsinki. Dafür verlieh die Bayer Science & Education Foundation dem 53-jährigen Finnen, einem der weltweit führenden Geowissenschaftler, den mit 50.000 Euro dotierten “Bayer Climate Award 2012”.

Berlin (csr-service) – Kleine feste oder flüssige Partikel, die in der Atmosphäre in Gemischen mit Gasen – sogenannten Aerosolen – vorkommen, können unter bestimmten Umständen die Temperatur der Erde senken und damit den Klimawandel mildern. Die Formation dieser kleinen Partikel in der Atmosphäre ist wesentlich für das Klima. Diese fundamentale Erkenntnis verdankt die Klimaforschung Professor Dr. Markku Kulmala von der Universität Helsinki. Dafür verlieh die Bayer Science & Education Foundation dem 53-jährigen Finnen, einem der weltweit führenden Geowissenschaftler, den mit 50.000 Euro dotierten “Bayer Climate Award 2012”. Die Ehrung fand im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung der Jahrestagung der Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften (“Die Rolle der Wissenschaft im globalen Wandel”) vor 300 Wissenschaftlern und Gästen in Berlin statt.

“Die Leopoldina widmet sich den großen globalen Herausforderungen unserer Zeit. Bayer und unsere Stiftung beschäftigen sich ebenfalls intensiv mit konkreten Lösungsbeiträgen zu einigen dieser Herausforderungen – etwa der Gesundheits- und Ernährungsversorgung oder dem Klimawandel”, sagte Prof. Dr. Wolfgang Plischke, im Vorstand der Bayer AG verantwortlich für Innovation, Technologie und Nachhaltigkeit sowie Vorstand der Bayer Science & Education Foundation, bei der Preisverleihung. “Für eine nachhaltige Bewältigung der globalen Aufgaben setzen wir insbesondere auf innovative Lösungen aus der Forschung. Dies ist der Kern unserer Mission: Bayer – Science For A Better Life.”

In der Laudatio würdigte Prof. Dr. Klaus von Klitzing, Direktor am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung (Stuttgart), Nobelpreisträger Physik 1985 und Mitglied der Preis-Jury, die Pionierleistung von Preisträger Kulmala als Aerosolforscher. “Die Forschungsbeiträge von Professor Kulmala haben die Aerosole als einen grundlegenden Klima-Faktor in den Fokus gerückt und damit die Grundlagenforschung zum Klimawandel weiter vorangebracht.”

Preisträger Kulmala selbst betonte: “Die Auszeichnung mit dem Bayer Climate Award ist eine große Ehre für mich. Ich schätze das Engagement von Bayer – einem Unternehmen, das nicht nur in großem Umfang in die eigene Forschung und Entwicklung investiert, sondern über Kooperationen und seine Stiftung auch externe Forschungen unterstützt.” Er unterstrich: “Diese Haltung benötigen wir seitens der Wirtschaft, um den Klimawissenschaften über die akademischen Kreise hinaus die angemessene Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.”

Aerosole und Klima

Aerosole bzw. die Aerosolpartikel gelten als mögliche “Klimakühler”. Bei hoher Luftfeuchtigkeit kann an den Teilchen Wasser kondensieren, so dass sich Wassertropfen und daraus helle und langlebige Wolken bilden. Wolken können das Sonnenlicht ins Weltall zurückwerfen und so der von Treibhausgasen verursachten Erderwärmung entgegenwirken. Doch für eine exakte quantitative Analyse der Aerosolwirkung in der Atmosphäre sind noch einige Unklarheiten zu beseitigen. Beispielsweise verhalten sich nicht alle Aerosolpartikel physikalisch gleich – Salze etwa reflektieren Sonnenlicht, während Rußteilchen es absorbieren. Gleichzeitig hat eine Art von Partikeln unterschiedliche Wirkungen, je nach Ort: In der Troposphäre sorgen Rußpartikel durch ihre Lichtabsorption für einen Temperaturanstieg, da sie Wärmestrahlung abgeben.

Neueste Erkenntnisse zu natürlichen organischen Aerosolen haben gezeigt, dass es eine Relation zwischen Kohlenstoffsenken – das sind Reservoire wie Wälder, die zeitweilig oder dauerhaft Kohlenstoff aufnehmen – und Aerosolformationen gibt. Hier ist weitere Forschung notwendig, die auf grundlegenden Erkenntnissen aus Kulmalas wissenschaftlicher Arbeit aufbauen kann.

Die wissenschaftlichen Beiträge und das Engagement von Professor Kulmala

Die Aerosolpartikel selbst entstehen durch die Zusammenballung von Molekülen. Dieser Vorgang, auch “Nukleation” genannt, ist bislang von der Wissenschaft noch nicht ausreichend erforscht und verstanden. Professor Kulmala arbeitet auf dem Gebiet der Aerosolpartikel-Dynamik. Seine Forschungsergebnisse helfen, die Nukleation besser zu verstehen.

Kulmala zeigte beispielsweise anhand von seit 1996 kontinuierlich ausgewerteten Daten, dass die Nukleation von Aerosolpartikeln ein weltweites Phänomen darstellt und ständig in der Atmosphäre abläuft. Bis zu seinen Ergebnissen wurde dies für ein eher seltenes Ereignis gehalten. Kulmalas Erkenntnisse zum Zusammenhang von Aerosolen, Wolken, Klima und Biospähre sind die Grundlage dafür, den Einfluss der Luftverschmutzung auf den Vorgang des Klimawandels nachvollziehen zu können. Er arbeitet dafür interdisziplinär und führt Ergebnisse aus theoretischer und experimenteller Physik, Atmosphärenchemie, Meteorologie und Biologie zusammen. Mit den von Kulmala erforschten Mechanismen beschäftigen sich mittlerweile weltweit mehrere Forschungsgruppen. Er selbst ist laut der Wissens-Datenbank “ISI Web of Knowledge”, erstellt von dem zum Medienkonzern Thomson Reuters gehörenden Institute for Scientific Information, der derzeit meistzitierte Geowissenschaftler der Welt.

Darüber hinaus ist es dem Preisträger, der von der Finnischen Union der Universitäts-Professoren zum “Professor des Jahres” 2012 ernannt worden ist und Ehrendoktor-Titel der Universitäten Stockholm, Tartu und Budapest trägt, ein Anliegen, wissenschaftliche Erkenntnisse als Grundlagen für politische Entscheidungen zu etablieren. Dafür engagiert sich Kulmala unter anderem als Vorsitzender des “Climate Panel” des finnischen Umweltministeriums.

Preisträger-Historie

Kulmala ist der dritte Preisträger des “Bayer Climate Award”. Vor ihm erhielten der Energieeffizienz-Experte Prof. em. Dr. Eberhard Jochem (2008) sowie der Polar- und Meeresforscher Prof. Dr. Peter Lemke (2010) die alle zwei Jahre von der Bayer Science & Education Foundation verliehene Auszeichnung. Zu seiner Gründung im Jahr 2008 war der “Bayer Climate Award” der erste internationale Wissenschaftspreis, den ein Unternehmen für die Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Klimawissenschaften gestiftet hatte.

Foto: Bayer-Forschungsvorstand Prof. Dr. Wolfgang Plischke (l) und Nobelpreisträger Prof. Dr. Klaus von Klitzing (r), Direktor am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung und Mitglied der Preis-Jury, haben am 22.09.2012 in Berlin Prof. Dr. Markku Kulmala, Geowissenschaftler von der Universität Helsinki, die Urkunde des “Bayer Climate Awards 2012” überreicht.