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Steht ein „grünes Trikot“ schon für CSR? Studie über verantwortungsvolles Handeln im Mittelstand

Mittelständische Unternehmen, die Wertekataloge und Führungsgrundsätze definieren, engagieren sich überdurchschnittlich stark in der Gesellschaft. Das zeigt eine aktuelle Studie von Prof. Dr. Thomas Beschorner und seinem Team vom Institut für Wirtschaftsethik der Universität St. Gallen. Für die als Lernprojekt angelegte Wirtschaftsinitiative „Ethics in Business“ haben die Wissenschaftler 81 mittelständische Unternehmen analysiert, die sich in besonderem Maße der Gesellschaft verpflichtet fühlen.

Überlingen/St. Gallen (csr-service) – Mittelständische Unternehmen, die Wertekataloge und Führungsgrundsätze definieren, engagieren sich überdurchschnittlich stark in der Gesellschaft. Das zeigt eine aktuelle Studie von Prof. Dr. Thomas Beschorner und seinem Team vom Institut für Wirtschaftsethik der Universität St. Gallen. Für die als Lernprojekt angelegte Wirtschaftsinitiative „Ethics in Business“ haben die Wissenschaftler 81 mittelständische Unternehmen analysiert, die sich in besonderem Maße der Gesellschaft verpflichtet fühlen.

Die untersuchten Unternehmen engagieren sich vorwiegend in klassischen Handlungsfeldern: 90,8 % unterstützen mit Geldspenden soziale Zwecke, 77,6 % betätigen sich als Sponsoren und 68,4 % leisten Sachspenden. Aber auch vergleichsweise junge Aktionsfelder finden bei vielen der Mittelständler Beachtung, zum Beispiel Corporate Volunteering genannte Freiwilligendienste (46,1 %) oder Cause Related Marketing (23,7 %), also die Beteiligung sozial oder ökologisch ausgerichteter Organisationen an den Verkaufserlösen ihrer Produkte.

2012 wendeten die Unternehmen laut der „Ethics in Business“-Studie durchschnittlich 0,34 % ihres Umsatzes für gemeinnütziges Engagement auf. Zum Vergleich: Im deutschen Mittelstand beläuft sich dieser Wert im Durchschnitt auf nur 0,07 % (IfM Bonn).

Damit dieses Engagement in gesellschaftlichem Umfeld aber als Corporate Social Responsibility (CSR) im besten Sinne gelten kann, muss es nach Meinung von Prof. Dr. Thomas Beschorner eine entscheidende Bedingung erfüllen: „Das geförderte Projekt muss zum Kerngeschäft passen.“ Der Wissenschaftler von der Universität St. Gallen nennt ein Beispiel: „Ein Finanzdienstleister spendet dem örtlichen Sportverein neue Trikots. Im Sinne der CSR wäre es aber passender, im Kerngeschäft tätig zu werden, also statt des Trikotsponsorings eine kostenlose Schuldnerberatung für Bürger anzubieten oder an Schulen den Umgang mit Geld zu unterrichten.“ Für Beschorner ist ein solches Engagement wesentlich authentischer und letztlich auch wirkungsvoller, „da das Unternehmen seine ureigene Kompetenz positiv in die Gesellschaft einbringt und Unterstützung dabei leistet, die Dinge zum Besseren zu wenden. Zugleich lernen die Mitarbeiter ihre Arbeit aus einem anderen Blickwinkel kennen und sammeln neue Erfahrungen.“

Der Blick auf das Kerngeschäft ist für Beschorner auch aus einer anderen Perspektive noch wichtig: „Bei der CSR kommt es nicht so sehr darauf an, wofür Unternehmen ihre Gewinnen verwenden, sondern wie sie die Gewinne erwirtschaften.“

Die „Ethics in Business“-Studie von Prof. Dr. Thomas Beschorner und seinem Team vom Institut für Wirtschaftsethik der Universität St. Gallen erscheint in gedruckter Form Anfang Oktober in dem von Ulrich Wickert herausgegebenen Buch „Es ist an der Zeit“ (Redline Verlag). Vorab kann die Studie >> hier heruntergeladen werden.