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Bayer-Stiftungen: Gesamtstrategie statt „bunter Blumenstrauß“

Im Jahr 2007 richtete der Chemiekonzern Bayer seine Stiftungsarbeit neu aus: Bis dahin war über neun Jahrzehnte ein „bunter Blumenstrauß“ an zwölf kleineren Stiftungen gewachsen, die von ehemaligen Bayer-Vorständen und ihren Familien gegründet wurden und für die das Unternehmen bzw. die Stifterfamilien jeweils drei Millionen DM zur Verfügung gestellt hatte, berichtet Stiftungsvorstand Thimo Valentin Schmitt-Lord: „Das alles haben wir unter einer Gesamtstrategie vereinigt, um mehr Sichtbarkeit und für die Botschaft zu bekommen“.

Leverkusen (csr-news) – Im Jahr 2007 richtete der Chemiekonzern Bayer seine Stiftungsarbeit neu aus: Bis dahin war über neun Jahrzehnte ein „bunter Blumenstrauß“ an zwölf kleineren Stiftungen gewachsen, die von ehemaligen Bayer-Vorständen und ihren Familien gegründet wurden und für die das Unternehmen bzw. die Stifterfamilien jeweils drei Millionen DM zur Verfügung gestellt hatte, berichtet Stiftungsvorstand Thimo Valentin Schmitt-Lord. Jede Stiftung verfolgte einen eigenen Zweck und zudem gab es ein zentrales Konzern-Spendenprogramm und ein weltweites Bayer-Engagement. „Das alles haben wir unter einer Gesamtstrategie vereinigt, um mehr Sichtbarkeit und für die Botschaft zu bekommen“, so Schmitt-Lord, der heute das Stiftungs- und Spendenwesen im Konzern leitet, über das Bayer zur Zeit weltweit rund 50 Millionen Euro pro Jahr in gemeinnützige Themen investiert.

Drei Ziele stehen im Mittelpunkt der Bayer-Stiftungsarbeit: die Nachwuchsförderung im Bereich Wissenschaft, Technik und Medizin, die Technikakzeptanz in der Bevölkerung sowie soziale Innovation. So entstanden aus den zwölf kleinen zwei große Stiftungen: die Bayer Science & Education Foundation kümmert sich um Spitzenwissenschaften, Talentförderung und den naturwissenschaftlichen Schulunterricht, die Bayer Cares Foundation fördert ergänzend hierzu Hilfs- und Beratungsangebote im Gesundheitswesen, das Ehrenamtsengagement von Mitarbeitern und Bürgern sowie Wiederaufbauprojekte nach Naturkatastrophen.

Bei der Neukonzeptionierung gingen die Namen und die Zwecke der ursprünglichen Stiftungen nicht unter: Diese Zwecke werden in Programmen weiterverfolgt, die den Namen der ursprünglichen Stiftungen tragen. Durch den Zusammenschluss wird den Bayer-Stiftungen ein professionelles Management möglich, das den steigenden Anforderungen von Finanzamt und Stiftungsaufsicht entspricht und zugleich den Ansprüchen an eine transparente Stiftungsarbeit, eine klar kommunizierte Strategie und eine nachvollziehbare Mittelvergabe gerecht wird.

Organe der Bayer-Stiftungen sind deren Vorstände und die einmal im Jahr tagenden Kuratorien, denen jeweils ein externer Experte vorsteht. Ein großer Teil der inhaltlichen Arbeit geschieht in den mit Fachleuten besetzten Vergabejurys, die zwei- bis viermal im Jahr tagen. Vier Mitarbeiter sind hauptamtlich für die Stiftungen tätig.

Für Stiftungsvorstand Schmitt-Lord macht die enge Partnerschaft der Stiftung mit dem stiftenden Unternehmen und den Stifterfamilien Sinn. Einerseits wollten etwa die mit Stipendien geförderten Wissenschaftler Unabhängigkeit, andererseits sei ihnen aber auch der Zugang zum Netzwerk der Firma wichtig. Dass ein Unternehmen Stiftungen gegründet, eröffnet neue Handlungsspielräume in der Gesellschaft. So kann eine Stiftung einfacher an manche Zielgruppen herantreten, ohne in den Verdacht einer ungerechtfertigten Beeinflussung zu geraten oder dem Vorwurf einer Marketing-Strategie ausgesetzt zu sein. Für Bayer als Unternehmen mit Kompetenz im Gesundheitssektor sind beispielsweise die Förderung der Sozialmedizin und der basismedizinischen Versorgung wichtig. Das Unternehmen stellt beispielsweise Medikamente für die Behandlung vieler Krebserkrankungen zur Verfügung. Für die Wirksamkeit der Behandlung ist dabei wichtig, dass die Patienten sich auch in ihrer sozialen Situation entlastet fühlen — und etwa die Betreuung ihrer Kinder während einer Therapie geregelt ist – ein Thema für die Stiftung. Schmitt-Lord: „Stiftungen haben einen Glaubwürdigkeitsvorsprung und ermöglichen ganz neue Partnerschaften zwischen Gesellschaft, Wissenschaft und Industrie.“

Welche gesellschaftsrelevanten Aktivitäten sind bei einer Stiftung am besten aufgehoben und welche unmittelbar im Unternehmen? Für den Bayer-Stiftungsvorstand gehören solche Programme in eine Stiftung, die langfristig ausgerichtet sind, kapitalfinanziert werden sollen, die das Unternehmen dauerhaft selbst koordinieren und dabei zugleich unabhängig und offen für weitere Partnerschaften aufstellen will. „Unmittelbar beim Unternehmen ist ein Engagement gut aufgehoben, bei dem unmittelbar und punktuell etwas bewegt werden soll“, sagt Schmitt-Lord.

Die Bayer-Stiftungen im Internet:
www.bayer-stiftungen.de

Foto: Die Preisträger für den Aspirin Sozialpreis 2012: Lebenstagebuch, Arzt- und Zahnarztpraxen für Obdachlose, Rebound und das Ronald McDonald-Haus Berlin-Wedding (von oben links im Uhrzeigersinn)..