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IW Köln: Deutschland meistert seine demografischen Probleme nicht

In Bezug auf die Nachhaltigkeit seines Wirtschaftswachstums steht Deutschland vor hohen demografischen Herausforderungen. „Derzeit jedenfalls reichen die Voraussetzungen nicht aus, um die Probleme zu meistern“, schreibt das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln (IW) auf der Website zu seiner aktuellen Studie „Wirtschaftswachstum?! Warum wir wachsen sollten und warum wir wachsen können.“

Köln (csr-news) – In Bezug auf die Nachhaltigkeit seines Wirtschaftswachstums steht Deutschland vor hohen demografischen Herausforderungen. „Derzeit jedenfalls reichen die Voraussetzungen nicht aus, um die Probleme zu meistern“, schreibt das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln (IW) auf der Website zu seiner aktuellen Studie „Wirtschaftswachstum?! Warum wir wachsen sollten und warum wir wachsen können.“

In der IW-Studie schneidet Deutschland bei der Arbeitsproduktivität, den Aufwendungen für Forschung und Entwicklung und dem Zustand der öffentlichen Haushalte besser ab als der OECD-Durchschnitt. Doch gehe aufgrund der alternden Bevölkerung das Erwerbspersonenpotenzial zurück und damit „kann die Basis gefährdet werden, die es ermöglicht, Wohlstand zu erwirtschaften“. Dazu macht das IW Köln zwei Herausforderungen aus: „Der größte Nachholbedarf besteht darin, Zuwanderern den Zugang zu Bildung und zum Arbeitsmarkt zu erleichtern.“ Und ähnlich positive Auswirkungen hätte die Integration von mehr Frauen ins Erwerbsleben.

In Bezug auf die soziale Nachhaltigkeit geht es Deutschland nach der Studie besser als dem OECD-Durchschnitt. Unter sozialer Nachhaltigkeit hat das IW Köln Einkommensniveau, Einkommensverteilung, Armutsgefährdungsquote und Lebenserwartung verglichen. Hinter dem OECD-Durchschnitt zurück liegt Deutschland bei der ökologischen Nachhaltigkeit mit den Bereichen Treibhausgasemissionen, Energieverbrauch, Energieintensität und Rohstoffproduktivität. Allerdings habe die energie- und rohstoffintensive Industrieproduktion in Deutschland ein größeres Gewicht als anderswo, erläutert das Institut.

Das IW Köln sprach sich gegenüber der Presse dafür aus, neben dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) „weitere Kennziffern wie die der ökonomischen und ökologischen Nachhaltigkeit mit ins Blickfeld zu nehmen, um ein erweitertes Bild von Niveau und Entwicklung des Wohlstands zu gewinnen.“ Das BIP bleibe aber weiterhin ein guter Indikator für Wohlstand und Lebensqualität. Das Kölner Institut greift damit einen weitläufigen Trend auf: Im Deutschen Bundestag arbeitet die Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ an Indikatoren, die das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ergänzen. Und die OECD misst mit ihrem „Better Life Index“ die Zufriedenheit der Menschen in ihren Mitgliedsstaaten.

Die Website zu der IW-Studie:
www.w-wie-wachstum.de

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