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Gewerkschaftsführer von südafrikanischer Platinmine erschossen

Rustenburg (afp) – Inmitten anhaltender Arbeitsniederlegungen in Südafrikas Platinminen ist ein Gewerkschaftsführer ermordet worden. Ein Sekretär eines Zweigs der Gewerkschaft Western Platinum sei am Freitagabend in seinem Haus in Marikana erschossen worden, teilte die Nationale Bergarbeitergewerkschaft mit. In der nordwestlichen Stadt Rustenburg westlich von Pretoria demonstrierten am Samstag hunderte Bergarbeiter und drohten mit neuer Gewalt.

„Das ist der Beginn des Kriegs“, rief der Gewerkschaftsaktivist Gaddhafi Mdoda den Protestierenden zu. Der Nachrichtenagentur AFP sagte er, wenn der Konzern Anglo American Platinum (Amplats) nun „nichts auf den Tisch legt, müssen sie ihre Sachen packen und gehen“. Ein 27-jähriger Arbeiter drohte damit, an den Minen Feuer zu legen. „Wenn sie nicht mit uns reden wollen, werden ab heute hier viele Dinge abbrennen“, sagte er.

Amplats hatte am Freitag 12.000 Arbeiter, die trotz wiederholter Aufforderung nicht an die Arbeit zurückgekehrt waren, entlassen. Insgesamt befinden sich etwa 28.000 Mitarbeiter des Konzerns seit rund drei Wochen in einem wilden Ausstand. Zuletzt erschienen nach Firmenangaben nur etwa 20 Prozent der Beschäftigten zur Arbeit. Amplats, das um Rustenburg rund ein Viertel des weltweit benötigten Platins fördert, sprach von einem Schaden von umgerechnet 60 Millionen Euro.

Zunächst hatte es in einem Bergwerk von Marikana wochenlange Streiks gegeben, in deren Verlauf bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Arbeitern und der Polizei Mitte August 46 Menschen getötet wurden. Allein bei einem umstrittenen Polizeieinsatz gegen streikende Arbeiter, dem tödlichsten seit dem Ende der Apartheid im Jahr 1994, starben 34 Menschen. Einige Tage zuvor hatte es bei Protesten an der Mine zehn Tote gegeben, darunter auch Polizisten.

Der Streik von Marikana weitete sich in der Folge auf andere Bergwerke in der Gegend aus. Streikende und Polizisten liefern sich immer wieder gewaltsame Zusammenstöße. Erst am Donnerstag erschoss die Polizei einen Mitarbeiter von Amplats, als sie gegen streikende Arbeiter vorging. Insgesamt wurden in der zu Ende gehenden Woche im Zusammenhang mit den Streiks in verschiedenen Minen der Region sieben Menschen getötet.

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