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Umweltbundesamt hält Bio-Plastiktüten für nicht tragbar

Hamburg (afp) – Bio-Plastiktüten aus dem Handel könnten bald der Vergangenheit angehören. Das Umweltbundesamt (UBA) hält die Tüten laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ für nicht mehr tragbar, da sie einer Studie zufolge keine umweltrelevanten Vorteile hätten. Die staatliche Förderung der Tüte und anderer Verpackungen, die im Wesentlichen aus Erdöl und Maisstärke bestehen, solle daher zum Jahreswechsel auslaufen. Bisher sind für die Bio-Verpackungen keine Lizenzgebühren an das Duale System Deutschland zu zahlen. Diese Befreiung will das Bundesamt demnach abschaffen.

Die angeblich umweltfreundlichen Verpackungen brächten keinen Vorteil im Vergleich zu herkömmlichen Plastiktaschen, heißt es laut „Spiegel“ in einer Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg. Für die Herstellung werde zwar weniger Erdöl benötigt als bei herkömmlichen Tüten, auch sei der Kohlendioxid-Ausstoß geringer. Durch den Anbau und die Verarbeitung von Pflanzen für Bio-Plastik würden jedoch Agrarflächen verknappt sowie Böden versauert und überdüngt.

Die Discounter Rewe und Aldi hatten die Erdöl-Mais-Tüten mit dem Aufdruck „100 Prozent kompostierbar“ verwendet, bis die Deutsche Umwelthilfe vor einem halben Jahr den Unternehmen eine Täuschung der Kunden vorwarf.

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