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Puma will nachhaltigstes Sportartikel-Unternehmen werden

Der Sportartikelhersteller Puma versucht seine ökologische Vorreiterrolle erneut zu festigen. Gestern stellte das Unternehmen erstmals eine ökologische Gewinn-und-Verlust-Rechnung für einzelne Produkte vor. Damit lassen sich die Umweltauswirkungen von nachhaltigen und konventionellen Produkten über den gesamten Produkt- und Lebenszyklus hinweg genau berechnen und vergleichen.

München/London (csr-news) > Der Sportartikelhersteller Puma versucht seine ökologische Vorreiterrolle erneut zu festigen. Gestern stellte das Unternehmen erstmals eine ökologische Gewinn-und-Verlust-Rechnung für einzelne Produkte vor. Damit lassen sich die Umweltauswirkungen von nachhaltigen und konventionellen Produkten über den gesamten Produkt- und Lebenszyklus hinweg genau berechnen und vergleichen.

Die Umwelt wird durch die neue Puma-Kollektion um ein Drittel weniger belastet, rechnete Puma bei der Vorstellung der produktbezogenen ökologischen GuV vor. Zusammen mit den Beratungsgesellschaft PriceWaterhouseCoopers und Trucost wurde die GuV entwickelt und nun erstmals auf vier Produkte angewendet. Jeweils ein Paar Schuhe und ein Shirt aus der in Kürze erscheinenden Kollektion InCycle sowie der herkömmlichen Kollektion. Bei InCycle handelt es sich um Produkte, die biologisch abbaubar sind. „Durch diese Untersuchung können wir feststellen, ob sich unser Ziel, ein nachhaltigeres Unternehmen mit nachhaltigeren Produkten zu werden, bereits positiv auswirkt“, heißt es in der Pressemitteilung. Die Analyse berücksichtigt die Umweltauswirkungen durch Treibhausgasemissionen (GHG), Abfall und Luftverschmutzung sowie die Nutzung von natürlichen Ressourcen wie Wasser und Land entlang der gesamten Wertschöpfungskette, angefangen bei der Erzeugung und Produktion der Rohstoffe bis hin zur Verbraucher-Phase, in der das Produkt genutzt, gewaschen, getrocknet, gebügelt und schließlich entsorgt wird. So sind 31 Müllwagen notwendig, um die Abfälle von 100.000 Paaren herkömmlicher Sneaker zu entsorgen, lautet eine Erkenntnis. Vor allem ist es aber der Vergleich der Produktlinien, der eine vollständige Beurteilung der Umweltauswirkungen zulässt. Für Puma ist dabei entscheidend, dass die ökologische Belastung transparent ist und einen konkreten Preis bekommt. „Wir erwarten nicht, dass unsere Kunden diese Kosten tragen, sind aber der Überzeugung, dass es wichtig ist, unsere Verbraucher für diese Umweltauswirkungen und deren Kosten zu sensibilisieren“. Jochen Zeitz, Vorsitzender des Verwaltungsrats bei Puma dazu: „Unsere Aufgabe als Unternehmen ist es nicht nur, die Auswirkungen unserer Produkte auf die Umwelt zu verringern, sondern auch unsere  Verbraucher mit einzubeziehen und ihnen dabei zu helfen, bessere und nachhaltigere Kaufentscheidungen zum Wohle unseres Planeten zu treffen“. Dr. Richard Mattison, CEO von Trucost, sagte: „Umweltkosten haben traditionell unterschiedliche Maßeinheiten, sodass es schwierig ist, die gesamten Umweltauswirkungen verschiedener Produkte miteinander zu vergleichen. Dies kann für den Verbraucher zum Teil sehr verwirrend sein. Ein Produkt kann einen hohen Wasserverbrauch haben, während ein anderes einen höheren Ausstoß von Kohlenstoff oder eine größere Luftverschmutzung verursacht. Messungen von Umweltkosten in Euro und Cent ermöglichen es Unternehmen, ein übergreifendes Bewertungsschema für jedes ihrer Produkte zu entwickeln, das viele unterschiedliche  Umweltfaktoren berücksichtigt“.

Während sich die Umweltkosten des herkömmlichen Sneakers PUMA Suede auf 4,29 Euro pro Paar belaufen, betragen die Kosten für die Umweltauswirkungen des biologisch abbaubaren PUMA InCycle Baskets nur 2,95 Euro und sind damit 31% niedriger. Die Umweltkosten für ein herkömmliches Baumwollshirt (€ 3,42) sind 31% höher als die für ein biologisch abbaubares PUMA InCycle T-Shirt (€ 2,63). Aber wodurch werden diese Unterschiede verursacht? Beispielsweise bei den Treibhausgasemissionen. Die größten Einsparungen ergeben sich bei der Rohstofferzeugung, da das Obermaterial des PUMA InCycle Basket aus einer Mischung aus Bio-Baumwolle und Leinen gefertigt wird, während der PUMA Suede aus Leder besteht. Die Treibhausgasemissionen in Zusammenhang mit der Aufzucht und Schlachtung von Rindern zur Ledergewinnung liegen weit über den Emissionen, die durch Baumwoll-Anbau erzeugt werden. Durch die Bio-Baumwolle erzielt der InCycle Basket außerdem weitere Emissionseinsparungen im Vergleich zur Verwendung konventioneller Baumwolle, für deren Anbau synthetische Düngemittel verwendet werden. Am Ende seines Produktlebens ist der PUMA InCycle Basket zu 100% kompostierbar, während der traditionelle PUMA Suede in der Regel auf Deponien entsorgt oder verbrannt wird, wodurch der ökologische Fußabdruck des Produkts entsprechend erhöht wird. Im Vergleich dazu verursacht Kompostierung die geringsten Treibhausgasemissionen bei der Entsorgung von Produkten nach Ablauf ihres Lebenszyklus. Ähnlich verhält es sich bei Vergleich der Shirts. Ein anderes Beispiel ist der Wasserverbrauch, der beim nachhaltig produzierten Schuh um 21 Prozent geringer ausfällt. Weitere Aspekte der Bewertung betreffen die Luftverschmutzung, die Abfallverursachung und die Landnutzung. Aber es sind auch die Rahmenbedingungen, unter den Rohstoffe produziert und importiert werden, die Auswirkungen auf die Ökobilanz aber auch auf das finanzielle Ergebnis haben. Als Beispiel führt Puma seine Wildledermodelle an. Würden diese zukünftig aus nachhaltig recycelten Materialien gefertigt, würden dadurch mindestens 3,4 Millionen Euro zusätzliche Zollkosten anfallen. Dazu Jochen Zeitz: „Daher appelliere ich auch an die Regierungen, Unternehmen darin zu unterstützen, ihre Produkte nachhaltiger zu gestalten, statt weiterhin falsche und veraltete Anreize zu setzen wie die im Vergleich zu Lederwaren erhöhten Einfuhrzölle auf synthetische Materialien, die in keinem Verhältnis zum verursachten ökologischen Fußabdruck stehen. Die Regierungen haben die einmalige Gelegenheit, wichtige gesetzliche Rahmenbedingungen und Anreize zu schaffen, um die Weiterentwicklung der Unternehmen hin zu einer durch nachhaltigere Geschäftspraktiken und Produkte geprägten Marktwirtschaft zu fördern“.

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