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Unternehmerinnen verfolgen andere Ziele als Unternehmer

Düsseldorf (afp) – Unternehmerinnen haben einer Studie zufolge im Berufsleben oftmals andere Ziele und Motive als männliche Firmenlenker: Selbstverwirklichung, Unabhängigkeit und die Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben seien für Frauen tendenziell wichtiger als für Männer, heißt es in einer für das Bundeswirtschaftsministerium erstellten Studie, die am Montag in Berlin vorgestellt wurde. Unternehmerinnen wollten zudem sozial etwas leisten.

Insgesamt definierten Frauen Erfolg anders als Männer – „eher aus einer ganzheitlichen Perspektive“, heißt es in der vom Beratungsunternehmen Ramboll Management Consulting im Auftrag des Wirtschaftsministeriums erstellten Untersuchung zu Potenzialen inhaberinnengeführter Unternehmen. Über die rein wirtschaftliche Perspektive hinaus wollten sie auch einen „sozialen Beitrag“ leisten. Ihre Unternehmen wüchsen tendenziell langsamer als die von Männern geführten Firmen, hätten dafür allerdings auch geringere Insolvenzquoten.

„In Deutschland gibt es bisher zu wenige von Inhaberinnen geführte Unternehmen“, erklärte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) bei einem Treffen mit Unternehmerinnen. „Indem wir den weiblichen Unternehmergeist stärken, können wir in Deutschland und Europa erhebliche Wachstumspotenziale heben.“

Der Studie zufolge sinkt der Anteil der von Frauen geführten Unternehmen mit steigender Betriebsgröße „auffallend“ ab. Würden Firmen mit einem bis fünf Beschäftigten noch zu 20 Prozent von Unternehmerinnen geführt, seien es bei Betrieben mit mehr als 100 Angestellten nur acht Prozent.

Insgesamt ist die Zahl der Unternehmerinnen in Deutschland in den vergangenen Jahren laut Studie gestiegen. So erhöhte sich die Zahl der selbständigen Frauen ohne Mitarbeiter von 2002 bis 2011 um 51 Prozent, die Zahl derjenigen mit Mitarbeitern um acht Prozent.

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