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Verantwortung – typisch Mittelstand? Recherchen für das CSR MAGAZIN

Verantwortung liegt dem mittelständischen Unternehmer im Blut, sagen die einen. Und auch weil er eingebettet in seinen Ort lebt, wird er das Gemeinwohl im Blick behalten. Oft ist der Mittelstand „verlängerte Werkbank“, steht in hartem Konkurrenzkampf und erlebt, wie die besten Kräfte zu den Großunternehmen abwandern. Wer kann unter diesen Bedingungen nachhaltig wirtschaften, fragen die anderen. Die nächste Ausgabe des CSR MAGAZIN geht diesen Fragen nach.

Hückeswagen (csr-news) – Verantwortung liegt dem mittelständischen Unternehmer im Blut, sagen die einen. Und auch weil er eingebettet in seinen Ort lebt, wird er das Gemeinwohl im Blick behalten. Oft ist der Mittelstand „verlängerte Werkbank“, steht in hartem Konkurrenzkampf und erlebt, wie die besten Kräfte zu den Großunternehmen abwandern. Wer kann unter diesen Bedingungen nachhaltig wirtschaften, fragen die anderen. Die nächste Ausgabe des CSR MAGAZIN geht diesen Fragen nach. In dieser Woche starten die Recherchen dazu und wir laden unsere Leser ein, sich mit ihren Erfahrungen zu beteiligen.

Mehr als karitative Weihnachtskarten?

Dabei wollen wir keine neue Statistik aufstellen, deren Aussagekraft beschränkt bleibt. Glaubt man dem aktuellen Engagementbericht der Bundesregierung, ist der Einsatz mittelgroßer deutscher Unternehmen für die Gesellschaft kaum noch steigerungsfähig. Arbeitgeber mit mehr als 500 Mitarbeitern engagieren sich danach zu 96 Prozent bürgerschaftlich, aber auch bei den kleineren Firmen sind fast zwei Drittel für das Gemeinwohl tätig. Was aber besagen diese Zahlen über die Qualität dieses Engagements? Schließlich könnte ein Unternehmen, das karitative Weihnachtskarten versendet, sich bei einer Befragung bereits als „engagiert“ outen. Und diese Zahlen sagen nichts darüber aus, wie verantwortungsbewusst der Mittelstand sein Geld verdient.

„Gesellschaftliche Verantwortung im Mittelstand“ lautet der Titel des ESF-Förderprogramms, in dem die Bundesregierung während der kommenden drei Jahre mit 36 Millionen Euro und 75 Projektträgern das nachhaltige Wirtschaften von über 2.000 kleinen und mittleren Unternehmen stärken will. Nach dem Programmstart in der ersten Jahreshälfte wollen wir nun einen Blick darauf werfen, welche Firmen sich für diese Angebote erwärmen lassen, welche Firmen sie nicht nutzen (können) und welche praktischen Probleme es für eine verantwortungsvolle Unternehmensführung zu lösen gilt.

Konfliktträchtige Fragen

Die Situation im Mittelstand gestaltet sich außerordentlich vielseitig – nicht nur was die Größenordnungen der Akteure betrifft.

  • Manches kundennahe Unternehmen kann mit Umweltschutz punkten. Wie sieht es aber für die große Zahl der Zulieferbetriebe aus, für die sich dieses Engagement anscheinend nur als ein Kostenfaktor in einer durch hohen Preisdruck bestimmten Wettbewerbssituation darstellt?
  • Das Engagement für die eigenen Mitarbeiter zahlt sich vielfältig aus – gerade angesichts des beginnenden Fachkräftemangels. Was aber bleibt davon in der Baubranche übrig, in der die Auftragsvergabe an Subunternehmer eher die Regel als die Ausnahme ist?
  • Verantwortungsübernahme in der Zulieferkette ist für manche große Unternehmen ein Thema, mit denen sich eigene Abteilungen beschäftigen. Aber welcher Mittelständler erstellt einen Verhaltenskodex für seine Zulieferer – und überprüft dessen Einhaltung?
  • Der Mittelstand ist nicht kapitalmarktgetrieben und kann deshalb einfacher Verantwortung wahrnehmen, sagen manche. Doch welcher Unternehmer erlebt, dass seine Investitionen für ein nachhaltiges Wirtschaften in Kreditverhandlungen mit Banken gewürdigt werden?
  • Faire Produkte und ausreichend hohe Mindestlöhne spielen im Handel eine zunehmende Bedeutung. Wie steht es aber um die Nachhaltigkeit der Traditionsgeschäfte in Altstadtlagen, deren Existenz durch Shoppingcenter auf der grünen Wiese bedroht wird?
  • Und nicht zuletzt stellen sich Verantwortungsfragen für eine wachsende Beraterbranche: Wie schützen sich Freiberufler vor der Selbstausbeutung und wie schützen Agenturchefs ihre Mitarbeiter?

Mit begrenzten Ressourcen und angesichts sich wandelnder und manchmal wachsender Herausforderungen zum Nutzen der Gesellschaft und des eigenen Unternehmens verantwortungsvoll zu wirtschaften, vor dieser Herausforderung stehen viele Mittelständler. Lassen Sie uns wissen,

  • welche Themen und Herausforderungen für eine verantwortungsvolle Unternehmensführung in Ihrem Unternehmen sowie in Ihrer Branche eine besondere Rolle spielen – und welche Lösungsansätze Sie vielleicht bereits gefunden haben;
  • was Ihnen und Ihrem Unternehmen bei der Umsetzung der Corporate Social Responsibility hilft (an Netzwerken, Kooperationen, Anleitungen);
    wie Sie CSR im Mittelstand fördern oder welche Förderung Sie sich wünschen;
  • welche besonderen Beispiele für eine Best Practice oder für deren Gegenteil Sie kennen.

Posten Sie Ihre Beiträge in der XING-Gruppe CSR Professional oder senden Sie und eine E-Mail an redaktion@csr-news.net. In den kommenden Wochen werden wir einige mittelständische Akteure vor Ort besuchen, um mehr über ihre Herausforderungen und ihr Verantwortungsengagement zu erfahren – und um darüber zu berichten.

Oder bringen Sie uns Ihre Erfahrungen, Projekte und Hinweise in die Facebook-Gruppe CSR-Recherche ein.

Die dann folgende Ausgabe des CSR MAGAZIN wird sich übrigens dem Thema „Supply Chain“ widmen.

Hier erfahren Sie mehr über das CSR MAGAZIN:
www.csr-magazin.net

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