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Proteste gegen Entlassungen bei Adidas-Zulieferer in Indonesien

Jakarta/Herzogenaurach (afp) – Hunderte ehemalige Mitarbeiter eines Adidas-Zulieferers in Indonesien haben am Donnerstag gegen ihre Entlassung protestiert. Adidas habe die Firma aufgefordert, die Arbeiter wiedereinzustellen, und genau das verlangten sie jetzt, sagte ein Gewerkschaftsvertreter der Nachrichtenagentur AFP. Der deutsche Sporthersteller vergibt seit Mitte August keine Aufträge mehr an den Subunternehmer.

„Wir verlangen von der Geschäftsführung, dass sie sich mit uns zusammensetzt und versucht, eine Lösung zu finden“, sagte der Gewerkschaftsvertreter namens Ernawati. Laut Polizei kam es an der Fabrik Panarub Dwikarya nahe der Hauptstadt Jakarta zu Zusammenstößen zwischen 1300 früheren Arbeitern und Sicherheitskräften. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein, um die Demonstranten vom Gelände fernzuhalten. Polizeichef Wahyu Widodo erklärte, die Polizei wolle zwischen Firmenleitung und Arbeitern vermitteln.

Die Fabrik des Zulieferers stellt Schuhe unter anderem für Adidas her. Die Arbeiter waren laut Adidas nach einem Streik im Juli entlassen worden, weil sie zu lange ihrem Arbeitsplatz ferngeblieben waren und der Ausstand von der Firma als illegal eingestuft wurde. Rund 1600 Arbeiter hatten dem Unternehmen zufolge eine Nachzahlung von Löhnen gefordert, da in der Branche seit Jahresanfang höhere Gehälter gezahlt werden müssen. Entlassen worden seien nach dem Streik rund 700, erklärte ein Sprecher von Adidas in Herzogenaurach.

Adidas hatte nach eigenen Angaben bereits während des Streiks versucht, zwischen dem Management des Zulieferers und den Angestellten zu vermitteln. An den Forderungen nach Wiedereinstellung und der Zahlung des branchenweiten Mindestlohns halte Adidas weiterhin fest, teilte der Unternehmenssprecher mit.

In Indonesien sind viele Zulieferfirmen für westliche Textil- und Schuhanbieter angesiedelt: Die Löhne sind oftmals niedriger als in China oder in Indien. Doch die Arbeiter begehren zunehmend auf. Adidas hatte im April eine Untersuchung angeordnet, nachdem die britische Presse berichtet hatte, Zulieferer ließen Arbeitskräfte bis zu 65 Stunden pro Woche schuften – zu einem Stundenlohn von umgerechnet 40 Cent.

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CSRjournalist

Achim Halfmann ist Geschäftsführer von CSR NEWS und lebt im Bergischen Land. Seine Themen liegen vorallem in den Bereichen Gesellschaft, Medien und Internationales.

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  • Interessant wäre zu erfahren, warum Panarub Dwikarya sich gegenüber den Forderungen von adidas als unempfindlich zeigt. Was kann adidas über eine Vertragskündigung hinaus noch unternehmen?

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