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Zahlungen für Erhalt der Artenvielfalt sollen verdoppelt werden

Hyderabad (afp) – Die Hilfen für arme Länder für einen besseren Artenschutz sollen bis 2015 verdoppelt werden. Darauf einigten sich in der Nacht zum Samstag mehr als 180 Staaten auf der Konferenz zur Artenvielfalt im indischen Hyderabad. Deutsche Umweltverbände wie NABU, WWF und BUND begrüßten den Kompromiss, mit dem die zweiwöchige Konferenz zu Ende ging.

Die künftige Finanzierung der Bemühungen um einen Erhalt der Artenvielfalt war auf der Konferenz in Hyderabad bis zum Schluss umstritten. Vereinbart wurde schließlich, dass die durchschnittlichen Ausgaben der Jahre 2006 bis 2010 verdoppelt und dieser Betrag dann in den Jahren 2015 bis 2020 zur Verfügung gestellt werden solle. Konkrete Zahlen wurden nicht genannt. Kanada bemängelte, viele der Nehmerstaaten hätten ihre Ausgaben und ihren Bedarf nicht beziffert.

Vor zwei Jahren hatten sich die UN-Staaten im japanischen Nagoya bis zum Jahr 2020 ehrgeizige Ziele zum Schutz der Artenvielfalt gesteckt. In Hyderabad ging es um die Frage, wie die Umsetzung der Ziele finanziert werden soll.

Mehr als ein Viertel der gut 63.800 Arten sind laut einer Auflistung der Weltnaturschutzunion (IUCN) vom Aussterben bedroht. Besonders stark bedroht sind mehr als 40 Prozent der Amphibien-Arten, ein Drittel der Korallen und ein Viertel der Säugetiere. Innerhalb einer Woche wurden in Hyderabad 400 weitere Pflanzen- und Tierarten auf die “Rote Liste” der vom Aussterben bedrohten Arten aufgenommen.

Die deutschen Umweltverbände waren in Hyderabad gemeinsam durch das Forum Umwelt und Entwicklung vertreten. Das Forum begrüßte den Einsatz der Europäischen Union beim Aushandeln des Kompromisses. Teilnehmer sind der Naturschutzbund (NABU), der Worldwide Fund for Nature (WWF), der Deutsche Naturschutzring (DNR), die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND).