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H&M wehrt sich gegen Vorwurf der Ausbeutung in Kambodscha

Stockholm (afp) – Der schwedische Modekonzern H&M hat Vorwürfe zurückgewiesen, er unterstütze die Ausbeutung von Textilarbeitern durch einen Subunternehmer in Kambodscha. „Das ist vollkommen falsch“, sagte der Chef der Modehauskette, Karl-Johan Persson, am Mittwoch der schwedischen Zeitung „Expressen“. Er reagierte damit auf eine Dokumentation, die der schwedische Sender TV4 am Abend ausstrahlen wollte.

Wie die Nachrichtenagentur TT berichtete, heißt es darin, dass kambodschanische Fabrikarbeiter, die Kleidung für den Konzern fertigten, monatlich umgerechnet lediglich etwa 58 Euro erhalten – bei einer 70-Stunden-Woche. Die Arbeiter erhielten so wenig Lohn, dass sie sich selbst für den Kauf von Lebensmitteln Geld leihen müssten.

TV4 war laut Medienberichten auf Einladung von Hennes & Mauritz nach Kambodscha gereist, um über die Arbeitsbedingungen zu berichten. Dort sei auch ein Streik von Angestellten der Textilbranche gefilmt worden, die höhere Löhne forderten. Die Dokumentation erwecke den Eindruck, dass H&M diese Forderungen ablehne, berichteten schwedische Medien.

Diesen Vorwurf wies Persson zurück. „Wir bringen den Arbeitern bei, wie sie ihre Löhne mit den Arbeitgebern aushandeln können“, sagte er. „Wir wollen, dass alle Arbeiter besser bezahlt werden.“ Deshalb mache der Konzern auch auf die Politik Druck, um den Mindestlohn anzuheben.

In Kambodscha arbeiten mehr als 300.000 Menschen, größtenteils Frauen, in der Bekleidungsindustrie. 300 Fabriken produzieren Kleidung für den Export.

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