Nachrichten

Schikane? Prada-Angestellte scheitert mit Klage

Tokio (afp) – Eine japanische Angestellte des italienischen Modekonzerns Prada ist vor Gericht mit einer Klage wegen mutmaßlicher sexueller Schikane und unfairer Entlassung gescheitert. Die Richterin in Tokio sah es am Samstag als nicht erwiesen an, dass der Personalmanager die 38-jährige Rina Bovrisse tatsächlich wie behauptet als „hässlich“ bezeichnet habe. Bovrisse hatte zudem angegeben, der Manager habe sie angewiesen, ihre Frisur zu ändern, abzunehmen und sich dem „Prada-Style“ anzupassen.

Bovrisse bezeichnete das Urteil als inakzeptabel. „Das Urteil der Richterin erlaubt es, dass sexuell schikanierende Bemerkungen wie ‚Sie müssen abnehmen‘ am Arbeitsplatz zulässig sind“, sagte die mit einem Franzosen verheiratete Japanerin. Sie hatte dem Personalmanager vorgeworfen, eine ganze Reihe Angestellte zur Kündigung gezwungen zu haben, indem er sie als „alt, hässlich, fett“ und anderes mehr beschrieb. Bovrisse hatte wegen emotionalen Leids von Prada eine Entschädigung von 58 Millionen Yen (562.000 Euro) gefordert.

Nach Medienangaben hatte Prada zugegeben, Bovrisse zum Abnehmen aufgefordert zu haben, weil sie als Verkaufsmanagerin für 40 Geschäfte in Japan in Form bleiben müsse. Die Richterin urteilte, der Konzern habe das Recht gehabt, sie zu entlassen, nachdem sie in den Medien dem Management vorgeworfen hatte, sie als „hässlich“ bezeichnet zu haben. Prada hat gegen Bovrisse seinerseits eine Klage wegen Verunglimpfung angestrengt.

Ihr Kommentar