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Südafrika: Arbeiter protestieren gegen Gewerkschaft

Rustenburg (afp) – Im südafrikanischen Rustenburg ist die Polizei gegen streikende Minenarbeiter vorgegangen, die eine Gewerkschaftsversammlung verhindern wollten. Die Polizei setzte Gummigeschosse, Blendgrananten und Tränengas gegen die Streikenden ein, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP am Samstag berichtete. Zuvor hatten die Ordnungskräfte etwa 300 Arbeiter aus dem Stadion der Stadt, in dem sich die Gewerkschafter versammelten, vertrieben und den Eingang mit gepanzerten Fahrzeugen blockiert. Über dem Stadion kreisten Polizeihubschrauber.

Die Minenarbeiter äußerten mit dem Protest ihre Unzufriedenheit mit der Nationalen Bergarbeitergewerkschaft NUM, der größten im südafrikanischen Gewerkschaftsbund Cosatu. Die NUM hatte am Freitag mit dem Platinproduzenten Amplats eine Vereinbarung ausgehandelt, 12.000 Anfang Oktober entlassene Kumpel wieder einzustellen. Zuvor hatte es monatelange wilde Streiks gegeben, in denen Minenarbeiter landesweit höhere Löhne forderten.

Die Streikenden gaben jedoch an, über das Verhandlungsergebnis nicht informiert worden zu sein. „Wir wurden nicht gefragt, wir haben nur im Radio davon gehört“, sagte der Amplats-Beschäftigte Reuben Lerebolo zu AFP. „Wir können nicht wieder an die Arbeit gehen, bis unseren Erwartungen entsprochen wird.“ Er trug ein Plakat mit der Aufschrift „NUM, wir haben genug von dir“. Mit der Versammlung wollte die Gewerkschaft ihre Autorität in der Region wiedererlangen. Sie hatten die Arbeiter zur Teilnahme aufgefordert, um „die Region Rustenburg von den Kräften der Konterrevolution zurückzuerlangen“.

NUM hatte am Freitag bekanntgegeben, der zum Anglo-American-Konzern gehörende Produzent Amplats werde die streikenden Arbeiter wieder anstellen, wenn diese am kommenden Dienstag zur Arbeit erschienen. Am Tag zuvor hatte die Gewerkschaft eine Übereinkunft für mehrere Goldminen ausgehandelt. Die Streikwelle im Bergbausektor hatte seit August in Südafrika zu heftigen Auseinandersetzungen geführt, bei denen insgesamt 46 Menschen getötet wurden.