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Investmentbanking: hoher Quartalsgewinn für Deutsche Bank

Frankfurt/Zürich (afp) – Die umstrittene Investmentabteilung hat der Deutschen Bank im dritten Quartal einen unerwartet hohen Gewinn beschert. Deutschlands größtes Kreditinstitut verdiente von Juni bis September 755 Millionen Euro, wie die Deutsche Bank am Dienstag in Frankfurt am Main mitteilte. Die Schweizer Großbank UBS baut ihre problembeladene Investmentsparte um und streicht bis 2015 insgesamt fast 10.000 Stellen.

Die Deutsche Bank teilte mit, dass ihr Gewinn vor Steuern im dritten Quartal um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal auf 1,1 Milliarden Euro gestiegen sei. Die Investmentsparte habe dazu 662 Millionen Euro beigetragen – aufgrund verbesserter Marktbedingungen und höherer Kundenaktivität. Der Bereich gilt aber als unbeständig. Das Privatkundengeschäft brachte laut Unternehmen einen „soliden“ Beitrag von 492 Millionen Euro vor Steuern.

Nach Steuern schrumpfte der Gewinn leicht um 2,8 Prozent von 777 Millionen auf 755 Millionen Euro. Die Co-Chefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain erklärten, sie erwarteten kurzfristig ein „weiterhin unsicheres gesamtwirtschaftliches Umfeld“. Die Deutsche Bank werde daher ihren „vorsichtigen und risikofokussierten Ansatz beibehalten“.

Im Sommer hatte die Deutsche Bank ein milliardenschweres Sparprogramm und deutliche Einschnitte im Investmentbanking als Reaktion auf schrumpfende Gewinne angekündigt. Der Konzern will in den kommenden Jahren seine Kosten jährlich um bis zu 4,5 Milliarden Euro kürzen und sich von 1900 Mitarbeitern trennen, 1500 davon im Investmentbanking. Die Stellen dürften vor allem in Asien und an den Finanzplätzen London und New York wegfallen. Das kostet die Bank insgesamt rund vier Milliarden Euro.

Auch die UBS in Zürich mit dem ehemaligen Bundesbankchef Axel Weber an der Spitze des Verwaltungsrats will kräftig sparen, und zwar 5,4 Milliarden Franken (4,5 Milliarden Euro) in den kommenden drei Jahren. Die Kosten dafür, etwa für Abfindungen, beliefen sich auf 3,1 Milliarden Franken, teilte die UBS mit. Unter anderem deshalb sei im dritten Quartal ein Verlust von 2,2 Milliarden Franken aufgelaufen. Im Vorjahresquartal hatte die UBS noch einen Gewinn von einer Milliarde Franken ausgewiesen.

Die Investmentsparte hatte der UBS in der Finanzkrise herbe Verluste beschert. Im September 2011 dann wurde bekannt, dass der Londoner UBS-Händler Kweku Adoboli der Bank durch illegale Geschäfte einen Verlust in Höhe von 2,3 Milliarden Dollar (gut 1,7 Milliarden Euro) einbrockte.

Sparen will die UBS vor allem am Personal, es soll bis 2015 von 63.745 Stellen auf rund 54.000 Stellen weltweit reduziert werden, wie die UBS mitteilte. Rund 2500 Jobs werden laut Schweizer Nachrichtenagentur SDA im Heimatland gestrichen, der Rest im Ausland. Anfang 2008 vor Beginn der Finanzkrise zählte die UBS weltweit noch 83.000 Mitarbeiter.

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