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Am PULSE der Zeit: Corporate Volunteering bei GSK

PULSE heißt das 2009 gestartete Corporate Volunteering-Programm von GlaxoSmithKline. Etwa 200 Mitarbeiter des Pharmakonzerns haben bisher diese Möglichkeit zu einem Auslandseinsatz und zur Kooperation mit einer Nichtregierungsorganisation genutzt – darunter sechs aus Deutschland. Steffi Gantner, Leiterin Operational Support am Standort München, gehörte zur zweiten Generation der PULSE-Volunteers: Sie arbeitete 2010/2011 sechs Monate in Ghana.

München (csr-news) – PULSE heißt das 2009 gestartete Corporate Volunteering-Programm von GlaxoSmithKline. Etwa 200 Mitarbeiter des Pharmakonzerns haben bisher diese Möglichkeit zu einem Auslandseinsatz und zur Kooperation mit einer Nichtregierungsorganisation genutzt – darunter sechs aus Deutschland. Steffi Gantner, Leiterin Operational Support am Standort München, gehörte zur zweiten Generation der PULSE-Volunteers: Sie arbeitete 2010/2011 sechs Monate in Ghana.

„Ich war vorher kein Afrikafan“, berichtet Steffi Gantner gegenüber CSR NEWS. der Kontinent sei ihr weitgehend unbekannt gewesen. Von PULSE erfuhr sie im Intranet ihres Arbeitgebers. Das Programm sprach sie an, weil sie dort etwas ganz anderes erwartete als der Arbeitsalltag in Deutschland. Sie bewarb sich, nahm an einem Interview teil und wusste dabei nicht, wo sie bei einer Zusage eingesetzt werden würde.

In ihrem Grundberuf ist Steffi Gantner Krankenschwester. Das mag zu ihrer Entsendung nach Ghana beigetragen haben: Dort sollte sie als Logistic and Supply Chain Manager Krankenhäuser bei der Optimierung ihrer Materialbeschaffung und der Organisation ihrer Versorgungskette unterstützen. Dazu würde sie drei Monate im Landesinneren in der Stadt Kumasi und drei weitere Monate in der Hauptstadt Accra an der Küste Ghanas verbringen.

In dem Einführungsworkshop in England erlebte Steffi Gantner besonders den Austausch mit ehemaligen Programmteilnehmern als hilfreich. Durchgeführt werden diese Workshops von dem für das PULSE-Programm verantwortlichen GSK-Team und externen Trainer, die den Volunteers Rahmenbedingungen des Einsatzes vorstellen und sie auf die Situation im Einsatzgebiet vorbereiten.

Während des Auslandsaufenthaltes hielten ihr GSK und die Kollegen in München den Rücken frei: PULSE-Volunteers beziehen weiterhin ihr Gehalt und Münchener Kollegen übernahmen die laufenden Tätigkeiten von Steffi Gantner zusätzlich zu ihren Aufgaben.

„Krankenhäuser in Ghana sind mit unseren nicht vergleichbar“, sagt die ehemalige Krankenschwester. Es gibt wenig technische Einrichtung, die Häuser sind auf eine Notfallversorgung ausgerichtet. Weil Behandlungen meistens ambulant erfolgen, gibt es auch kaum Betten. Dabei seien die Krankenhäuser mit Handschuhen, Infusionsbesteck und ähnlichen Verbrauchsmaterialien nicht schlecht bestückt, so Steffi Gantner. Es fehle aber an Koordination und einem Überblick zu den Lagerbeständen.

Gemeinsam mit ihrer italienischen Kollegin konzentrierte sich die GSK-Mitarbeiterin auf das Lager und die Stationen und entwickelte mit den örtlichen Mitarbeitern Bedarfslisten. Wie viele Handschuhe werden am Tag gebraucht und wie viele im Monat? Dabei galt es, Ängste zu überwinden: Wurden die Berater aus dem Westen als „Sparkommissare“ gesandt? Wird der Zugang zu Verbrauchsmaterialien demnächst eingeschränkt?

Vertrauen baut sich nach einer Zeit auf, wenn Berater nicht „lehrerhaft“ herüberkommen. Steffi Gantner dazu: „Handarbeit überzeugt. Wir haben Lager geputzt und aufgeräumt, um einen Überblick zu schaffen. Und wir haben den Leuten gezeigt, dass es uns nicht nur um Theorie geht.“ Als ein Signal für das gewachsene Vertrauen erlebte die deutsche Expertin, dass ihre Kollegen aus Ghana später mit ihren Fragen auf sie zukamen.

Während des Einsatzes wurde die Deutsche von der einheimischen Mitarbeiterin einer NGO intensiv begleitet. Das habe ihr Sicherheit etwa bei der Einschätzung von Situationen gegeben, sagt sie. Wichtig sei ebenso eine Begleitung nach der Rückkehr an den Arbeitsplatz in Deutschland. Mancher stelle sich dort zunächst die Frage: Was mache ich denn hier eigentlich? Steffi Gantner: „Diese Mitarbeiter müssen von ihren Vorgesetzten aufgefangen werden, eine Schonzeit wäre gut.“ Sie selbst steckte schnell wieder „zu 150 Prozent im Tagesgeschäft“.

Was bleibt von einem solchen intensiven Einsatz? „Ich war vorher schon ein geerdeter Mensch“, sagt die ehemalige Krankenschwester. Der Aufenthalt in Ghana habe ihr aber geholfen, neu einen Blick für das Wesentliche zu bekommen und Prioritäten zu setzen. „An vielem, worüber wir uns aufregen, hängt kein Leben dran“, sagt Steffi Gantner. In unserer Gesellschaft fehle es an der notwendigen Gelassenheit.

Und warum lohnt sich ein Corporate Volunteering-Programm für das Unternehmen? „Ich bin jetzt gegenüber GSK anders eingestellt.“ Vorher habe sie sich bereits mit ihrem Arbeitgeber identifiziert. Die Teilnahme an PULSE sei aber „das iTüpfelchen“ gewesen, eine große Chance, etwas Spannendes zu erleben und zu tun. Die Begeisterung für diese Zeit ist Steffi Gantner heute noch abzuspüren.

Das >> PULSE-Programm von GSK im Internet

Foto: Steffi Gantner unterstützt eine Impfaktion.