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Demografiefeste Personalpolitik: Studie räumt mit Vorurteilen auf

Mit fünfzig beginnen die besten Jahre, zumindest gilt dies für Top-Manager. Die Masse der Arbeitnehmer gelten dann jedoch als „die Alten“, denen das Lernen schwerfällt, die sich kaum noch konzentrieren können und überhaupt einfach immer krank sind. Alles Quatsch sagt eine Unternehmensstudie von Vodafone. Die Gesellschaft muss von Vorurteilen gegenüber älteren Menschen Abschied nehmen.

Düsseldorf (csr-news) > Mit fünfzig beginnen die besten Jahre, zumindest gilt dies für Top-Manager. Die Masse der Arbeitnehmer gelten dann jedoch als „die Alten“, denen das Lernen schwerfällt, die sich kaum noch konzentrieren können und überhaupt einfach immer krank sind. Alles Quatsch sagt eine Unternehmensstudie von Vodafone. Die Gesellschaft muss von Vorurteilen gegenüber älteren Menschen Abschied nehmen.

Auch bei Vodafone werden die Vorboten des demografischen Wandels sichtbar. Noch vor zehn Jahren lag der Altersdurchschnitt der Belegschaft bei 34 Jahren, inzwischen sind es 40 Jahre. In Zusammenarbeit mit der Jacobs-University Bremen wollte Vodafone Deutschland wissen, wie sich der demografische Wandel auf das Unternehmen und seine Mitarbeiter auswirken kann. Im September 2011 wurde das auf drei Jahre angelegte Projekt „Demografiefeste Personalpolitik“ gestartet. Zunächst wurden die Mitarbeiter aus der Technik, dem Gebäudemanagement und den Callcentern befragt. Untersucht wurde, wie sich das steigende Alter auf Innovationsfähigkeit, lebenslanges Lernen und Beschäftigungsfähigkeit auswirkt. Erste Ergebnisse geben nun Auskunft über die zukünftige Personalpolitik des Unternehmens. Dirk Barnard (Foto), Personalgeschäftsführer Vodafone Deutschland: “Die wichtigste Erkenntnis der Studie ist schon jetzt: Die Gesellschaft muss von Vorurteilen gegenüber älteren Mitarbeitern Abschied nehmen. Es stimmt einfach nicht, dass man im Alter weniger innovativ oder weniger lernbereit ist“. Vielmehr zeigt die Studie, dass es beim Lernklima weder Abteilungs- noch Altersunterschiede gibt.

Auch die Lernkompetenz und die kreative Selbstwirksamkeit unterscheiden sich nicht zwischen den Altersgruppen. Ebenso verändern sich die Zielgrößen “Lernerfolg”, “Rollenbezogene Selbstwirksamkeit” und “Innovatives Arbeitsverhalten” nicht bedeutsam über die Altersgruppen hinweg. Besonders auffällig ist sogar, dass die Bereitschaft, sich zu verändern, bei den 36-50-Jährigen wesentlich höher ist als bei den jüngeren Mitarbeitern von 18-35 Jahren. Kernziel der Studie ist es, die Beschäftigungssicherheit für die 12.000 Mitarbeiter in Deutschland auch im Alter zu sichern. Deshalb soll ermittelt werden, welche Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, um die Motivation, Qualität und Produktivität älterer Mitarbeiter hochzuhalten. “Wir stellen uns der demografischen Herausforderung, indem wir Gesundheits- und Weiterbildungsförderung auf die Altersstruktur der Vodafone-Mitarbeiter abstimmen. Dies sehen wir als Kern effektiver und demografiefester Personalpolitik unseres Unternehmens”, so Barnard. Die Ergebnisse der Forschungsarbeit fußen auf einer langfristigen Umsetzungsstrategie. Sie soll Vodafone die Werkzeuge liefern, um die altersdifferenzierte Gesundheits- und Weiterbildungsförderung künftig auf alle Unternehmensbereiche anwenden zu können.