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Nachhaltigkeit im Reich der Mitte? Junge Chinesen kommen zu Wort

Für den chinesischen Markt gilt: „das Thema Nachhaltigkeit wird immer wichtiger.“ Dies sagt Zhou Ting, Expertin für die Luxusbranche beim Fortune Character Institute. Nachhaltigkeit hält die promovierte Ökonomin zugleich für eine Stärke deutscher Marken – neben Innovation und technischem Fortschritt. „Deutsche Marken werden häufig deswegen gekauft, weil sie Marktführer in ihren Segmenten sind“, so Zhou Ting, die neben vielen anderen jungen Chinesen aus Wirtschaft und Kultur in der soeben erschienenen ersten Ausgabe des Magazins „21CHINA Menschen & Wirtschaft“ zu Wort kommt.

München (csr-news) – Für den chinesischen Markt gilt: „das Thema Nachhaltigkeit wird immer wichtiger.“ Dies sagt Zhou Ting, Expertin für die Luxusbranche beim Fortune Character Institute. Nachhaltigkeit hält die promovierte Ökonomin zugleich für eine Stärke deutscher Marken – neben Innovation und technischem Fortschritt. „Deutsche Marken werden häufig deswegen gekauft, weil sie Marktführer in ihren Segmenten sind“, so Zhou Ting, die neben vielen anderen jungen Chinesen aus Wirtschaft und Kultur in der soeben erschienenen ersten Ausgabe des Magazins „21CHINA Menschen & Wirtschaft“ zu Wort kommt.

Mit einem typischen Nachhaltigkeitsthema – dem Umweltschutz – kann der deutsche Kranhersteller Demag im Reich der Mitte punkten. Demag-Produkte arbeiten stromsparend, effizient und leise. „Die positive Entwicklung in ökologischer Hinsicht ist zuvorderst auf die ökologische Stoßrichtung unserer Regierung zurückzuführen“, sagt Tao Xuening, Managing Director bei Demag Cranes & Components China, dem Magazin. „Um in China als Unternehmen erfolgreich sein zu können, sollte man sehr gut auf die Partei und ihre Pläne hören.“

Zweitgrößter Bio-Produzent

Während regelmäßig beunruhigende Beispiele für Umweltverschmutzung in China in deutsche Medien gelangen, gewinnen dort ökologische Projekte an Bedeutung. „China ist bereits heute hinter Australien der weltweit zweitgrößte Produzent von Bio-Lebensmitteln“, sagt William Yao, der für die Sunshine Group an der ökologischen Umgestaltung des Dorfes Xingyi in Sichuan arbeitet, gegenüber 21CHINA. Bio werde allerdings ganz überwiegend für den Export produziert. Auf dem Inlandsmarkt zähle das Argument, mit diesen Produkten die Aufnahme von Schadstoffen zu vermeiden. William Yao weiter: „Wenn es um das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Umwelt geht, gibt es keinen wirklichen Konsens innerhalb der chinesischen Bevölkerung. Der Durchschnittschinese merkt aber doch, dass er nicht alleine auf der Welt ist und dass Umweltschutz eine wichtige Grundlage für das gemeinschaftliche Leben darstellt.“ Die Regierung tue inzwischen sehr viel für die ökologische Aufklärung der Bevölkerung.

Der Geschäftsführer der chinesischen Firma ET Solar, Dennis She, hält seine Landsleute durchaus für umweltbewusst: „Die Umweltverschmutzung ist bei uns mittlerweile so offensichtlich, dass sie jeder bemerkt.“ Sein Ziel sei es, die Leidenschaft der Menschen für eine saubere Umwelt zu wecken. She weiter: „Anders als in Deutschland ist die Solarenergie bei uns fast gar nicht bekannt in der Bevölkerung.“

Doppelmoral des Westens

Die westliche Kritik an China bei gleichzeitiger Mitverantwortung des Westens für die dortigen schlechten Produktionsbedingungen kritisiert der zwischen Peking und Amsterdam lebende Künstler Ni Haifeng als Doppelmoral. „Auf der einen Seite können wir nicht ohne die kollektive Arbeiterklasse aus China leben. Auf der anderen Seite verachten wir aber die Produktion von Gütern unter solch schlechten Bedingungen“, sagt Ni Haifeng. Und auch der Social-Media-Beraterin Elle Lee aus Hongkong bereitet das soziale Ungleichgewicht Sorgen: „Die Infrastruktur ist super, aber viele Dinge verändern sich eher langsam, wie zum Beispiel die Spanne zwischen Arm und Reich.“

Dass sich die Lage der chinesischen Arbeiter bald verbessern könnte, hängt für den Juristen Raymond Kok von der Wirtschaftskanzlei Schindhelm in Shanghai an Reformen des chinesischen Arbeitsrechts, die den Beschäftigten die gerichtliche Durchsetzung ihrer Rechte ermöglichten. „Gerade die Niedriglohnarbeiter profitieren von der Reform“, so Raymond Kok gegenüber 21CHINA. Arbeitsverträge müssten seit 2008 schriftlich dokumentiert werden, bei Verstößen dagegen drohe eine Strafe. Kok weiter: „Diese gesetzliche Änderung ist für Wanderarbeiter von besonderer Bedeutung.“

Das Magazin im Internet:
www.21china.de