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BP muss rund 4,5 Milliarden Dollar Strafe wegen Ölkatastrophe zahlen

London/Washington (afp) – Zweieinhalb Jahre nach der Ölpest im Golf von Mexiko hat sich der britische Ölkonzern BP mit der US-Regierung auf eine Rekordstrafe geeinigt. Wegen der größten Ölkatastrophe in der Geschichte der USA werde BP in den kommenden sechs Jahren insgesamt rund 4,5 Milliarden Dollar (3,5 Milliarden Euro) zahlen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in London mit. Die Einigung muss noch von einem Gericht bestätigt werden.

BP bedauere die tragischen Todesfälle im Zusammenhang mit dem Unfall auf der „Deepwater Horizon“ im April 2010 und die Auswirkungen der Ölpest auf die Golfküste, erklärte BP-Chef Bob Dudley. „Wir entschuldigen uns für unsere Rolle bei dem Unfall.“

Mit der Einigung erkennt das britische Unternehmen seine strafrechtliche Verantwortung für die Katastrophe an. Die Regierung hatte BP und seinen Partnerfirmen vorgeworfen, grob fahrlässig gehandelt zu haben. Die Strafe beinhaltet Forderungen des US-Justizministeriums in Höhe von vier Milliarden Dollar. Weitere 525 Millionen Dollar muss BP an die US-Börsenaufsicht SEC zahlen. Im Gegenzug wird das Strafverfahren eingestellt.

Aus Regierungskreisen in Washington hieß es, die Summe sei die höchste Strafe, die je ein Unternehmen in den USA bezahlen musste. Die bisherige Rekordstrafe war gegen den Pharmakonzern Pfizer verhängt worden, der im Jahr 2009 wegen betrügerischen Marketings 1,3 Milliarden Dollar zahlen musste.

Die Bohrinsel „Deepwater Horizon“ war am 20. April 2010 explodiert. Bei dem Unglück starben elf Arbeiter, hunderte Millionen Liter Erdöl strömten ins Meer. 87 Tage dauerte es, bis BP das Leck schließen konnte. Die Küsten von fünf US-Bundesstaaten wurden verseucht, der Fischfang und der Tourismus an der Golfküste massiv geschädigt.

Im März dieses Jahres hatte sich BP bereits mit privaten Klägern auf eine Entschädigung in Höhe von 7,8 Milliarden Dollar geeinigt. Darunter waren zahlreiche Fischer und andere Wirtschaftsbetriebe, die durch die Ölpest erhebliche Einbußen erlitten hatten. Der Entschädigungsvereinbarung muss aber immer noch immer ein Bundesgericht zustimmen.

Für die Gesamtkosten der Ölkatastrophe hat BP in seiner Bilanz gut 38 Milliarden Dollar zurückgestellt. Alleine rund 14 Milliarden Dollar musste der Konzern für die Reparaturarbeiten an der Bohrinsel sowie Reinigungskosten im Golf und an der Küste zahlen. Um die finanziellen Lasten zu stemmen, haben die Briten bereits Unternehmensteile im Wert von mehr als 35 Milliarden Dollar verkauft.