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Kinderarbeit bleibt weltweites Problem

Mit einer neuen Kampagne will das internationale Kinderhilfswerk terres des hommes erneut auf die weltweite Problematik der Kinderarbeit aufmerksam machen. Schätzungsweise 115 Millionen Kinder weltweit werden als Kinderarbeiter ausgebeutet. Sie müssen als billige Arbeitskräfte in Steinbrüchen, in der Textilproduktion oder auf Plantagen schuften. Erst im September geriet der Technologiekonzern Samsung wegen Kinderarbeit in die Schlagzeilen.

Osnabrück (csr-news) > Mit einer neuen Kampagne will das internationale Kinderhilfswerk terres des hommes erneut auf die weltweite Problematik der Kinderarbeit aufmerksam machen. Schätzungsweise 115 Millionen Kinder weltweit werden als Kinderarbeiter ausgebeutet. Sie müssen als billige Arbeitskräfte in Steinbrüchen, in der Textilproduktion oder auf Plantagen schuften. Erst im September geriet der Technologiekonzern Samsung wegen Kinderarbeit in die Schlagzeilen.

Die Internationale Arbeitsorganisation (IAO) hatte in ihrem letzten Bericht zur Kinderarbeit aus dem Jahr 2010 die eindringliche Problematik mit Zahlen untermauert. Demnach würden weltweit mehr als 300 Millionen Kinder zwischen fünf und siebzehn Jahren regelmäßig arbeiten. Etwa 215 Millionen von ihnen bezeichnet die IAO als Kinderarbeiter von denen rund 115 Millionen gefährliche Arbeiten ausführen müssen. Zwar belegte der Bericht einen leichten Rückgang der Zahlen, allerdings auf einem viel zu hohen Niveau. “Der Fortschritt ist weder schnell noch umfassend genug, um das Ziel zu erreichen, das wir uns gesteckt haben”, sagte ILO-Generaldirektor Juan Somavia damals. “Zusätzliche breit angelegte Anstrengungen sind unabdingbar. Wir müssen bei der Kampagne gegen Kinderarbeit in einen höheren Gang schalten“. Nennenswerte Verbesserungen hat es seitdem nicht gegeben, wie der aktuelle Fall mit Samsung zeigt. Deshalb will terres des hommes das Thema erneut in Bewusstsein rücken und macht mit einer Plakat- und Online-Kampagne darauf aufmerksam.

Dabei will terre des hommes gar nicht jede Form der Kinderarbeit bekämpfen, sondern hauptsächlich die Ausbeutung von Kindern. Die häufigste Ursache für Kinderarbeit ist Armut, die Familien sind oftmals auf die Einkommen der Kinder angewiesen. Ein reines Verbot der Kinderarbeit kann für die betroffenen Familien häufig noch schlimmere Auswirkungen haben. Terre des hommes fordert deshalb, vor allem die Rechte der Kinder zu stärken und Alternativen zu schaffen. Kinder und Jugendliche müssen ein Recht auf Schulbildung haben, um die Probleme zumindest langfristig zu verbessern. Das bedeutet im Gegenzug, Löhne für die erwerbstätigen Erwachsenen, mit denen sie ihre Familien ernähren können. Vor allem Unternehmen sind in der Pflicht entsprechende Verhaltenskodizes zu verabschieden und einzuhalten sowie auf Lieferanten und Sublieferanten einzuwirken. Denn auch die Schule muss nicht zwingend ein Schutzraum für die Kinder sein. Wie der Fall Samsung zeigt, soll es zwischen Fabriken und Schulen Abkommen zur Entsendung von Kindern gegeben haben. Nach Angaben der Organisation China Labor Watch (CLW) betreffen die Vorwürfe keinesfalls nur Samsung, sondern zahlreiche weitere Unternehmen.

Einen ganz praktischen Ansatz verfolgt die Organisation earthlink mit ihrem Browser-Plug-in Avoid. Damit werden durch Kinderarbeit hergestellte Produkte aus Online-Shops einfach ausgeblendet.

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