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Foodwatch: Lebensmittelhersteller reagieren kaum auf Kritik

Berlin (afp) – Auf öffentliche Kritik an seinen Produkten reagiert nach Angaben der Verbraucherorganisation Foodwatch jeder dritte Lebensmittelhersteller nur mit Alibi-Veränderungen. Ein Drittel der kritisierten Unternehmen ignoriere die Kritik, ein weiteres Drittel gehe tatsächlich auf die Beschwerden ein, erklärte Foodwatch am Sonntag.

Fünf Jahre nach dem Start der Kampagne abgespeist.de gegen irreführende Werbepraktiken der Lebensmittelindustrie sei “Verbrauchertäuschung” immer noch auf der Tagesordnung, kritisierte Oliver Huizinga, der für die Kampagne verantwortlich ist. Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) müsse die “eklatanten Gesetzeslücken” schließen und stärker gegen Verbrauchertäuschung vorgehen, forderte er. “Selbst massive Verbraucherproteste können den flächendeckenden Etikettenschwindel im Supermarkt nicht beseitigen.”

Foodwatch legte einen 15-Punkte-Plan vor, mit dem die häufigsten Fälle von Verbrauchertäuschung den Angaben zufolge verhindert werden könnten. Dieser fordert unter anderem Kennzeichnungsvorschriften und Regeln für lesbare Angaben auf Verpackungen. Zudem sollen Gesundheitsversprechen verboten und unausgewogene Produkte für Kinder künftig nicht mehr beworben werden.