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Klima: Forderungen von Industrie und Investoren

Am heutigen Montag hat in Katar die 18. Klimakonferenz begonnen. Experten sind skeptisch, ob ein umfassendes Abkommen zum Schutz des Klimas gelingen kann. Im Vorfeld hatten Bündnisse aus Wirtschaft und Investoren ihre Forderungen gestellt. Sie wollen verbindlichere Maßnahmen und einen weltweiten Preis für CO2.

Doha (csr-news) > Am heutigen Montag hat in Katar die 18. Klimakonferenz begonnen. Experten sind skeptisch, ob ein umfassendes Abkommen zum Schutz des Klimas gelingen kann. Im Vorfeld hatten Bündnisse aus Wirtschaft und Investoren ihre Forderungen gestellt. Sie wollen verbindlichere Maßnahmen und einen weltweiten Preis für CO2.

Billionen von Dollar würden aus dem privaten Sektor in Energie und Infrastrukturprojekte investiert, heißt es in einer Mitteilung der Initiative „Prince of Wales Corporate Leader’s Group on Climate Change“. In den meisten Fällen würde dies jedoch nicht zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen führen. Ein weltweit einheitlicher Preis für CO2-Emissionen sei notwendig, um Großunternehmen eine regulatorische Sicherheit zu geben und gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Mehr als 100 international agierende Konzerne haben das „Carbon Price Communique“ in der letzten Woche verabschiedet. Darin werden drei zentrale Forderungen gestellt. So fordern die Unternehmen die Regierungen auf, CO2-Preise zum Kern ihrer Politik zu machen, die Einrichtung eines weltweiten Emissionshandels zu forcieren sowie die Orientierung am 2Grad-Ziel. „Wenn CO2-Emissionen bepreist werden, werden die günstigsten Maßnahmen zur Reduktion schädlicher Klimagase zuerst umgesetzt“, sagte Graham van’t Hoff, Chairman von Shell. Er gehört neben anderen Konzernen wie Statoil, Unilever oder Swiss Re zu den Unterzeichnern des Communiques. Allerdings müsse ein CO2-Preis von anderen Maßnahmen begleitet werden, um seine volle Wirksamkeit zu entfalten.

In einem offenen Brief wendete sich ebenfalls eine Gruppe internationaler Investoren an die Politik. Die Gruppe zu der unter anderem der französische Versicherungskonzern Axa und der Finanzinvestor Blackrock gehören, fordern die Weltgemeinschaft auf, sich im Kampf gegen den Klimawandel stärker zu engagieren. Durch eine zu zögerliche Politik würden die Ersparnisse von Millionen Privatanlegern gefährdet, heißt es in der Erklärung. Die Mitglieder der Gruppe verwalten ein Vermögen von rund 22 Billionen US-Dollar. Der Brief enthält sieben Punkte, mit denen die weltweite Umstellung auf regenerative Energiequellen gelingen soll. Unter anderem werden klare kurz-, mittel- und langfristige Vorgaben und Ziele zur Reduktion schädlicher Treibhausgasemissionen gefordert. Ebenso müssten Anreize geschaffen werden, um die Risiko-Rendite-Balance zugunsten von kohlestoffarmen Investitionen zu verschieben. Außerdem wird ebenfalls die besondere Bedeutung eines weltweiten Emissionshandels betont. „Katastrophen wie der Hurrikan Sandy mit einem wirtschaftlichen Schaden von rund 50 Milliarden US-Dollar, zeigen was uns erwartet, wenn wir keine wirksamen Maßnahmen ergreifen“, sagte Chris Davis, Director des Investorennetzwerks Ceres. Alleine der Schweizer Rückversicherer Swiss Re rechnet mit einem Schadenvolumen durch den Hurrikan Sandy von rund 1 Milliarde US-Dollar, wie das Unternehmen heute mitteilte.

 

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