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Milchbauern protestieren in Brüssel gegen niedrige Preise

Brüssel (afp) – Hunderte Milchbauern aus mehreren EU-Mitgliedsländern haben am Montag in Brüssel gegen die ihrer Ansicht nach zu niedrigen Preise protestiert. Mit rund 800 Traktoren fuhren sie nach Angaben der Veranstalter auf den zentralen Luxemburg-Platz vor dem Europaparlament. Die Bauern kamen vor allem aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden.

Aus Protest gegen die Preise zündeten die Demonstranten Feuerwerkskörper und spritzten Milch an die Fassade des EU-Parlaments, wo am Montag über die Agrarpolitik der EU diskutiert wurde. Zwischen Polizei und Demonstranten kam es zu Auseinandersetzungen, die Sicherheitskräfte setzten Wasserwerfer und Tränengas ein. Im Brüsseler EU-Viertel wurde der Verkehr durch die Proteste schwer gestört.

Die Bauern wollten mit der Aktion auf ihre „dramatische Lage“ aufmerksam machen, erklärte der Verband European Milk Board (EMB), dem Landwirte aus 14 Ländern angehören. Das Überangebot an Rohmilch in der EU werde ohne Regulierung dazu führen, dass die wenigen marktbeherrschenden Handelskonzerne die Molkereien zu immer mehr Preiszugeständnissen trieben. Der Preisanteil, der beim Bauern ankomme, betrage aktuell 33 Cent – die Produktionskosten würden aber rund 40 Cent pro Liter Milch betragen, erklärte der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM).

Eine vollständige Liberalisierung des Milchmarktes, wie sie die EU anstrebt, sei „heute noch Utopie“, erklärte BDM-Vorsitzender Romuald Schaber. Der BDM befürchte, dass nach dem Ende der Milchquote 2015 ohne weitere Reglementierung keine wirtschaftliche Produktion mehr möglich wäre.