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Unternehmen sollen bei Stromengpässen ihren Verbrauch drosseln

Berlin (afp) – Um auch in Zeiten knapper Stromvorräte die Versorgung sicherzustellen, sollen energieintensive Unternehmen kurzfristig ihren Verbrauch drosseln. Dazu beschloss die Bundesregierung am Mittwoch eine Verordnung zu sogenannten abschaltbaren Lasten. Sie sieht nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums vor, dass die Übertragungsnetzbetreiber mit energieintensiven Konzernen künftig Vereinbarungen über die kurzfristige Abschaltung von Strom abschließen müssen. Ziel sei es, das Stromnetz so zu stabilisieren.

„Bestimmte Unternehmen nehmen nahezu rund um die Uhr Strom ab und sind in der Lage, ohne nachteilige Eingriffe in ihren Produktionsprozess kurzfristig ihre Verbrauchsleistung zu reduzieren oder nahezu komplett einzustellen“, erklärte das Wirtschaftsministerium. Die Übertragungsnetzbetreiber würden nun verpflichtet, sich solche „Potenziale von abschaltbaren Lasten zu sichern“. Sie müssen sich demnach 1500 Megawatt sichern, die innerhalb von Sekunden abschaltbar sind, und weitere 1500 Megawatt, die innerhalb von 15 Minuten vom Netz genommen werden können.

Unternehmen, die sich dazu bereiterklären, sollen laut Wirtschaftsministerium 20.000 Euro pro Megawattstunde pro Jahr erhalten. Zusätzlich bekommen sie bei tatsächlichen Abschaltungen demnach eine Vergütung von 100 bis 500 Euro pro Megawattstunde. Die dadurch entstehenden Kosten für die Netzbetreiber sollen gleichmäßig auf alle Stromverbraucher umgelegt werden können. Auf die Stromrechnung eines Durchschnittshaushalts dürfte sich dies mit zwei bis maximal vier Euro im Jahr niederschlagen, erklärte das Ministerium. „Dem steht ein Stabilitätsgewinn für die Netze gegenüber.“