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US-Regierung schließt BP von öffentlichen Aufträgen vorerst aus

Washington (afp) – Nach dem Schuldeingeständnis wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko ist der britische Energiekonzern BP vorläufig von der Vergabe von Aufträgen der US-Regierung ausgeschlossen worden. Die US-Umweltschutzbehörde EPA ordnete am Mittwoch an, dass BP und seine Tochterunternehmen erst wieder bei öffentlichen Ausschreibungen berücksichtigt werden dürften, wenn sie die Einhaltung der Geschäftsstandards der Regierung unter Beweis gestellt hätten.

Im April 2010 hatte die Explosion der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko eine der schlimmsten Umweltkatastrophen in der Geschichte der USA ausgelöst. Bei dem Unglück starben elf Arbeiter, hunderte Millionen Liter Erdöl strömten ins Meer. 87 Tage dauerte es, bis BP das Leck schließen konnte. Die Küsten von fünf US-Bundesstaaten wurden verseucht, der Fischfang und der Tourismus an der Golfküste massiv geschädigt.

Vor zwei Wochen hatte sich BP mit der US-Regierung auf eine Rekordstrafe von rund 4,5 Milliarden Dollar (3,5 Milliarden Euro) geeinigt. BP erklärt sich dabei wegen Totschlags im Zusammenhang mit den getöteten Arbeitern für schuldig. Außerdem räumte das Unternehmen Verstöße gegen Umweltschutzgesetze und Falschaussagen vor dem Kongress ein. Die US-Justiz klagte zwei Männer an, die für BP in leitender Funktion auf der Bohrinsel im Einsatz waren. Auch ein früherer BP-Manager muss strafrechtliche Konsequenzen in den USA fürchten.