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DGB: Aufschwung am Arbeitsmarkt ging an Schwerbehinderten vorbei

Berlin (afp) – Der Aufschwung am Arbeitsmarkt ist an der Gruppe der Behinderten weitgehend vorbei gegangen. Während die allgemeine Arbeitslosenquote zuletzt deutlich abnahm, stagnierte die der Schwerbehinderten auf hohem Niveau, ergab eine vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) am Dienstag veröffentlichte Studie. So sank die allgemeine Arbeitslosenquote von 9,1 Prozent im Jahresdurchschnitt 2009 auf 7,9 Prozent im Jahr 2011. Dagegen stagnierte die der Schwerbehinderten im Jahresschnitt der vergangenen beiden Jahre bei 14,8 Prozent. 2009 hatte sie sogar etwas niedriger gelegen.

Insgesamt gab es laut DGB aber dennoch eine leicht wachsende Bereitschaft der Unternehmen, Behinderte zu beschäftigen. Die Zahl der Beschäftigten mit Behinderung erhöhte sich laut Studie nämlich in den vergangenen Jahren – von gut 985.000 im Jahr 2008 auf 1,04 Millionen im Jahr 2010. Der Anteil der Arbeitslosen aus dieser Bevölkerungsgruppe blieb unverändert; das heißt aber, dass die reale Arbeitslosenzahl der Schwerbehinderten von knapp 166.000 im Jahr 2008 auf 180.000 im Jahr 2011 zunahm.

In Deutschland müssen Unternehmen ab 20 Beschäftigten mindestens fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze mit Schwerbehinderten besetzen und ansonsten eine Strafabgabe zahlen. Im Jahr 2002 wurde die Beschäftigungspflicht laut DGB nur zu 3,8 Prozent erfüllt; im Jahr 2010 dagegen immerhin zu 4,5 Prozent. Die öffentlichen Arbeitgeber mit einem Anteil von 6,3 Prozent behinderter Beschäftigter lagen über der Grenze, die privaten Arbeitgeber lagen mit vier Prozent darunter.

Laut DGB beschäftigt mit 31 Prozent fast ein Drittel der beschäftigungspflichtigen deutschen Arbeitgeber gar keinen oder weniger als ein Prozent Schwerbehinderte. Dies seien überwiegend private Unternehmer. Allerdings gibt es laut DGB branchenweit deutliche Unterschiede. Positive Beispiele seien die Metallindustrie, Autohersteller sowie die Energie- und Wasserversorger, Post und Museen. Dort gebe es öffentliche und große privatwirtschaftliche Unternehmen, die über der Fünf-Prozent-Quote liegen. Viel zu gering sei der Anteil der Schwerbehinderten dagegen in der Werbung, Filmproduktion und Marktforschung mit einem Anteil von weniger als zwei Prozent.

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