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Deutsche Firmen Europameister bei Forschungsausgaben

Brüssel/Berlin (afp) – Deutsche Unternehmen stecken in Europa das meiste Geld in Forschung und Entwicklung. Volkswagen ist einer Studie zufolge Spitzenreiter in der EU, unter den zehn Bestplatzierten sind auch Daimler, Siemens, Bosch und BMW, wie die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel mitteilte. Insgesamt investierten die deutschen Firmen im vergangenen Jahr nach Angaben des Stifterverbandes eine Rekordsumme von rund 50 Milliarden Euro.

Die Unternehmen steigerten im Vergleich zum Vorjahr ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung um 7,2 Prozent auf 50,3 Milliarden Euro, wie eine Untersuchung des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft ergab. Das Forschungspersonal wurde demnach um 3,7 Prozent auf insgesamt knapp 350.000 Vollzeitkräfte aufgestockt. Die forschungsstärkste Branche sei die Autobranche, auf die mit 15,8 Milliarden Euro nahezu ein Drittel aller Ausgaben entfalle.

Die Ausgaben von Unternehmen und Staat zusammen stiegen nach Angaben des Bundesforschungsministeriums auf einen Rekordwert von insgesamt rund 74,6 Milliarden Euro. Damit erreichten sie einen Anteil von knapp 2,9 Prozent am Bruttoinlandsprodukt (BIP) – und damit ist Deutschland nicht mehr weit von dem Ziel entfernt, drei Prozent des BIP in Forschung und Entwicklung zu investieren.

Im EU-Durchschnitt werden laut Forschungsministerium derzeit nur etwa zwei Prozent des BIP für diesen Bereich ausgegeben. In anderen großen EU-Nationen wie Frankreich (2,25 Prozent), Großbritannien (1,8 Prozent), Spanien (1,33 Prozent) und Italien (1,25 Prozent) wird demnach deutlich weniger investiert.

Unter den Unternehmen gab der Wolfsburger VW-Konzern laut EU-Kommission im vergangenen Jahr mit 7,2 Milliarden Euro das meiste Geld für Innovationen aus. Bei Daimler waren es demnach rund 5,6 Milliarden Euro, bei BMW etwa 3,4 Milliarden Euro. Weltweit gesehen hatte allerdings Volkswagens Konkurrent Toyota die Nase vorn. Die Japaner investierten demnach 2011 umgerechnet fast acht Milliarden Euro in die Forschung. Danach folgt der US-Softwareriese Microsoft – dann aber bereits Volkswagen.

Von den 1500 Unternehmen der globalen Liste haben laut Kommission 405 ihren Sitz in der EU, darunter 108 in Deutschland. Die Studie zeigt eine zweigeteilte Union: Von den jüngeren EU-Mitgliedern im Osten nehmen nur Polen (vier Firmen), Slowenien und Tschechien (je eine Firma) Plätze in der Liste ein.

Forschungsausgaben sorgen für Arbeit: Die Studie der Kommission beziffert das Stellenwachstum in den Jahren 2003 bis 2011 bei gut 800 ausgewählten Unternehmen auf der Liste auf 22,3 Prozent.