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Niedergebrannte Textilfabrik ohne Brandschutzzulassung

Dhaka (afp/csr-news) – Die Ende November niedergebrannte Textilfabrik in Bangladesch besaß zum Zeitpunkt der Katastrophe keine gültige Brandschutzzulassung. Die letzte Lizenz sei im Juni dieses Jahres ausgelaufen, sagte Feuerwehr-Verwaltungsdirektor Abdus Salam der Nachrichtenagentur AFP am Freitag. Eine Erneuerung habe das Unternehmen nicht beantragt. Bei dem Feuer in der Fabrik waren 110 Menschen ums Leben gekommen.

Die Ermittlungsergebnisse zur Brandursache sollten in der dritten Dezemberwoche veröffentlicht werden, sagte Salam. Erste Untersuchungen hätten ergeben, dass es sich um “Brandstiftung oder Sabotage” gehandelt habe. Ein Kurzschluss wie zunächst angenommen werde ausgeschlossen. In dem Gebäude wurde Kleidung für westliche Firmen produziert, so zum Beispiel für die Bekleidungskette C&A, die US-Supermarktkette Walmart oder eine Marke des US-Rappers Sean “Diddy” Combs.

C&A kündigte unterdes an, in Zukunft vor der Platzierung von Aufträgen in Bangladesch und auch weltweit eine Zertifizerung des Zulieferers durch die SOCAM (Service Organisation for Compliance Audit Management) zu veranlassen, ein speziell für C&A tätiges Auditierungsunternehmen. Bei seinem vor einem Monat aufgelegten Brandschutzprogramm will das Unternehmen nun die Zusammenarbeit mit lokalen Interessengruppen intensivieren.

Der Leiter der C&A-Nachhaltigkeitsabteilung, Phil Chamberlain, kündigte zudem an, sein Unternehmen werde gemeinsam mit der Caritas und anderen lokalen Organisationen für ein Zuhause und für den Schulbesuch der Kinder sorgen, die bei der Brandkatastrophe ihre Eltern verloren hatten.