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Unilever erhält Nachhaltigkeitspreis trotz Kritik

Düsseldorf (csr-news) – Trotz der Kritik von Umweltorganisationen erhielt der Unilever Deutschland am Freitag den Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie „Deutschlands nachhaltigste Zukunftsstrategie“. Im Vorfeld forderten „ROBIN WOOD“ und „Rettet den Regenwald“ in einem offenen Brief die Initiatoren des Deutschen Nachhaltigkeitspreises auf, die Nominierung Unilevers zurückzunehmen. Die Umweltorganisationen werfen dem Konzern vor, durch seine Nachfrage nach billigem Palmöl soziale und ökologische Probleme zu verschärfen. Unilever wurde für seinen „Sustainable Living Plan“ ausgezeichnet, in dem er sich verpflichtet, die Umweltbelastung durch die eigene Produktherstellung bis 2020 zu halbieren.

Schon seit Jahren steht der Konsumgüter-Hersteller aufgrund seiner Palmöl-Zulieferer Wilmar und IOI in der Kritik. Als einer der größten europäischen Einzelverbraucher des tropischen Palmöls unterstütze Unilever Menschenrechtsverletzungen, Palmölraubbau, Regenwaldzerstörung und den CO2-Anstieg, heißt es in dem Brief der NGOs. Laut Umweltorganisationen rühmt sich das Unternehmen mit  Schlagwörtern wie Nachhaltigkeit und Verantwortung, während es gegenüber allen Vorwürfen ignorant sei: „Unilever ist sich der illegalen Methoden seiner Zulieferer bewusst und ändert dennoch nichts an den Geschäftsbedingungen zu ihnen.“

In einer Stellungnahme auf der Homepage rechtfertigte Günther Bachmann, Vorsitzender der Jury des Deutschen Nachhaltigkeitspreises, die Nominierung: „Unilever konnte glaubwürdig darlegen, dass man Beschwerden und Unregelmäßigkeiten nachgeht und Lerneffekte anstrebt“. Zudem sei „die Gesamtmenge seines verwendeten Palmöls mit Nachhaltigkeitskriterien zertifiziert“. Den Vorsatz, im Jahr 2020 die Herkunft seines Palmöls bis zur Plantage rückverfolgbar zu machen und eine eigene Palmölproduktionsanlage auf Sumatra zu errichten, bewertet Bachmann als innovativen Lösungsversuch zum nachhaltigen Palmöl. Mit der Nominierung verfolge man das Ziel, auch andere Unternehmen zu weitergehenden Maßstäben zu ermutigen.

Mit den von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis zum fünften Mal vergebenen Auszeichnungen wurden vor 1.200 Gästen bei der feierlichen Preisvergabe in Düsseldorf außerdem geehrt: die GLS Bank (Kategorie Unternehmen), FRoSTA Tiefkühlkost (Marke), AfB gemeinnützige GmbH (Zukunftsstrategie KMU), H.Y.B.R.I.D. von Kübler (Produkte), Symrise AG (Initiative Verantwortungsvolle Beschaffung von Vanille auf Madagaskar), J.W. Ostendorf („Blauer Engel-Preis“), Jack Wolfskin (Sonderpreis „Deutschlands recyclingpapierfreundlichstes Unternehmen“) sowie mit dem Forschungspreis „Nachhaltige Entwicklungen“: „Tomatenfisch“ (ASTAF-PRO) des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei.

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