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„Gemeinsam mehr erreichen“: Unternehmensgruppe WIE und Familienministerium stellen Partnerschaft vor

Ehrenamtliches Engagement lässt sich nicht verordnen, aber „Politik und Wirtschaft können die Rahmenbedingungen setzen“. Das sagte der Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, Lutz Stroppe, am Montag in Berlin auf einer gemeinsamen Veranstaltung der Unternehmensgruppe WIE (Wirtschaft. Initiative. Engagement.) und seines Ministeriums. WIE und Familienministerium hatten im Januar eine Kooperationsvereinbarung zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements durch Corporate Volunteering geschlossen.

Berlin (csr-news) – Ehrenamtliches Engagement lässt sich nicht verordnen, aber „Politik und Wirtschaft können die Rahmenbedingungen setzen“. Das sagte der Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, Lutz Stroppe (Foto), am Montag in Berlin auf einer gemeinsamen Veranstaltung der Unternehmensgruppe WIE (Wirtschaft. Initiative. Engagement.) und seines Ministeriums. WIE und Familienministerium hatten im Januar eine Kooperationsvereinbarung zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements durch Corporate Volunteering geschlossen.

Unternehmen trügen immer eine Verantwortung für ihren Standort, sagte Stroppe. Insbesondere besäßen sie eine große Bedeutung für die den Menschen zur Verfügung stehende Freizeit. Das Familienministerium werde „in naher Zukunft“ ein Siegel über die Vereinbarkeit von Beruf und Engagement herausbringen. Als Erfolg bezeichnete der Staatssekretär einen Corporate Volunteering Day im September in Berlin und Bonn, an dem sich 60 Mitarbeiter des Bundesfamilienministeriums gemeinsam mit Beschäftigten aus Unternehmen der WIE-Gruppe engagierten.

Scheck einfacher als Corporate Volunteering

Auf die vergleichsweise geringe Verbreitung von Corporate Volunteering – der Förderung des ehrenamtlichen Engagements von Mitarbeitern durch ihre Arbeitgeber – wies der Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln, Prof. Michael Hüther, hin. Die von ihm geleitete Sachverständigenkommission für den Ersten Engagementbericht der Bundesregierung hatte herausgefunden: Unternehmen spenden 8,5 Milliarden Euro für gesellschaftliche Zwecke, der Wert der Freistellung von Mitarbeitern für ehrenamtliche Tätigkeiten beträgt dagegen nur 22 Millionen Euro. „Natürlich ist leichter ein Scheck ausgestellt als ein Corporate Volunteering-Programm gemacht“, sagte Hüther. Jedoch würden „Unternehmen lernen, dass sich die Licence to Operate“ ändere. Corporate Volunteering brauche eine Anbindung an den Unternehmenskern und solle die Kernkompetenzen der Unternehmen zur Anwendung bringen. Dabei trügen Unternehmen eine eigene und keine „abgeleitete Verantwortung, weil der Staat etwas übergelassen hat“, so Hüther. Die Politik könne Corporate Volunteering „mit kleiner Münze“ fördern, indem sie regionale Netzwerke initiiere.

Kooperationsskultur ohne Zivilgesellschaft

Wie der Gießener Experte für vergleichende Sozialpolitik, Prof. Adalbert Evers, sagte, gebe es zwar eine ausgeprägte Kooperationskultur zwischen Staat und Wirtschaft, darin komme die Zivilgesellschaft aber nicht vor. Derzeit sei zu erleben, „wie unbequem und herausfordernd das ist, eine neue Kooperationskultur auf den Weg zu bringen“, so Evers. Dabei gelte es, sozial- und wirtschaftspolitische Fragen zusammenzubringen. Statt einer zentralen Steuerung müsse der lokale Raum anerkannt werden und an die Stelle vordefinierter Aufgaben müsse das Aushandeln treten. Evers: „Jeder muss andere Arten, andere Attitüden und Aufgeschlossenheiten entwickeln.“ Unternehmen und Politik sollten nicht nur mit „alt bekannten Leuten“ netzwerken, sondern neue Partner in den Dialog einbeziehen.

So geht es weiter

Mitarbeiter aus den 19 Unternehmen der WIE-Gruppe und aus dem Bundesfamilienministerium hatte in zwei Arbeitsgruppen die Themen „Corporate Volunteering“ und „Wirkungsmessung von gesellschaftlichem Engagement“ erarbeitet. Ergebnisse wurden den etwa 60 Teilnehmern der gestrigen Veranstaltung vorgestellt. Daraus sollen konkrete Handlungsempfehlungen entwickelt und diese am 24. April 2013 dem Unterausschuss Bürgerschaftliches Engagement des Deutschen Bundestages vorgestellt werden. „Gemeinsam können wir mehr bewirken“, sagte Uwe Kleinert als Leiter Unternehmensverantwortung von Coca-Cola Deutschland und Gastgeber der Tagung. Das Engagement der Unternehmen werde durch Corporate Volunteering „anfassbar“ und Mitarbeiter fänden einen Zugang zur gesellschaftlichen Verantwortung. Deshalb wolle die Unternehmensgruppe WIE das bürgerschaftliche Engagement von Unternehmen weiter fördern, dessen Qualität steigern und weitere Firmen ebenso wie öffentliche Arbeitgeber dafür gewinnen.

Die Unternehmensgruppe WIE >> im Internet