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Minijobs verdrängen reguläre Jobs in Handel und Gastgewerbe

Nürnberg (afp) – Minijobs ersetzen nach einer Studie vor allem in Dienstleistungsbranchen reguläre Jobs. Im Einzelhandel, im Gastgewerbe sowie im Gesundheits- und Sozialwesen gebe es Hinweise darauf, dass sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze durch Minijobs verdrängt würden, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Betroffen seien insbesondere kleine Betriebe mit weniger als zehn Mitarbeitern.

Dass Minijobs besonders im Dienstleistungsbereich auf dem Vormarsch sind, erklärten die Autoren der Studie mit langen Öffnungszeiten, Kundenorientierung und teilweise stark schwankender Nachfrage. „Wenn beispielsweise längere Öffnungszeiten im Einzelhandel oder ein hohes Gästeaufkommen in der Gastronomie zu bewältigen sind, lässt sich dies mit Hilfe vieler kleiner Beschäftigungsverhältnisse passgenauer bewältigen“, schreiben die Arbeitsmarktforscher des bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) angesiedelten Instituts.

Als Minijobs werden Beschäftigungsverhältnisse mit einem Monatsgehalt von bis zu 400 Euro bezeichnet; ab dem kommenden Jahr dürfen 450 Euro verdient werden. Minijobber sind bis zu dieser Gehaltsgrenze von Steuern und Beiträgen zur Sozialversicherung befreit. Laut BA-Statistik gibt es derzeit mehr als 7,4 Millionen Minijobs. Davon werden rund 2,5 Millionen als Nebenjob ausgeübt.

In größeren Betrieben mit bis zu 99 Beschäftigten ist die Verdrängung der regulären durch Minijobs der Studie zufolge geringer, bei größeren Betrieben mit mehr als hundert Beschäftigten ergänzten sich beide Beschäftigungsformen sogar eher: Hier gehe die Zunahme der Minijobs teilweise auch mit einem Wachstum der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung einher.

Die Verdrängung der regulären Jobs gerade in kleinen Betrieben bewerten die Autoren der IAB-Studie als problematisch, da diese durch die verringerte Zahl an Beitragszahlern „den Druck auf das Sozialversicherungssystem erhöhen“. Sie räumen allerdings auch ein, dass Betriebe „nicht in jedem Fall“ sozialversicherungspflichtige Stellen hätten schaffen können, „sei es, weil die Arbeitnehmer Minijobs bevorzugen, oder weil das Arbeitsvolumen zu gering ist“.

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