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Audi: Eine starke Marke stellt sich der Corporate Responsibility

Der Begriff „Autostadt“ passt zu diesem nordbayerischen Industriestandort mindestens ebenso gut wie zum niedersächsischen Wolfsburg: Auf den Straßen und Plätzen von Ingolstadt ist die Marke mit den vier Ringen allgegenwärtig. Wenig überraschend ist es daher, dass Audi an seinem Standort gesellschaftliche Verantwortung übernimmt. Corporate Responsibility will der Autobauer nun strategisch betreiben und dokumentieren: Der erste CR-Bericht soll im Mai 2013 zur Hauptversammlung vorliegen.

Ingolstadt (csr-news) – Der Begriff „Autostadt“ passt zu diesem nordbayerischen Industriestandort mindestens ebenso gut wie zum niedersächsischen Wolfsburg: Auf den Straßen und Plätzen von Ingolstadt ist die Marke mit den vier Ringen allgegenwärtig. Wenig überraschend ist es daher, dass Audi an seinem Standort gesellschaftliche Verantwortung übernimmt. Corporate Responsibility will der Autobauer nun strategisch betreiben und dokumentieren: Der erste CR-Bericht soll im Mai 2013 zur Hauptversammlung vorliegen.

Mehr als 35.000 Menschen arbeiten in Ingolstadt unmittelbar für Audi, weltweit zählt der Konzern 68.000 Beschäftigte. Hinzu kommen die Mitarbeiter in den Zulieferbetrieben. „Gesellschaftliche Verantwortung heißt für Audi, gute und sichere Arbeitsplätze in einer Region zu haben und zu halten“, sagt Peter Tropschuh, Leiter Corporate Responsibility bei dem Autobauer. In einer Situation, in der andere Fahrzeughersteller öffentlich über die Schließung ganzer Werke diskutieren, baute die Premiummarke aus Ingolstadt ihren Personalbestand aus. Denn die Geschäfte laufen gut: Audi erzielte 2011 einen Umsatz von 44 Milliarden Euro, ein Plus von fast 25 Prozent gegenüber dem (wirtschaftskrisenbelasteten) Vorjahr.

Mitarbeiternahe Themen besitzen für das in einer Region fast ohne Arbeitslosigkeit produzierende Unternehmen mit hohem Fachkräftebedarf eine große Bedeutung. Die nicht weit entfernte Metropole München zieht junge Leute an und aus dem 130.000-Einwohner-Ort Ingolstadt ab. Audi engagiert sich für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Gesundheitsprävention seiner Mitarbeiter. Beim gesellschaftlichen Engagement sind dem Konzern Bildungsthemen besonders wichtig. Das beginnt bei der Förderung von Kindertagesstätten und reicht bis zur Auslobung von Stiftungsprofessuren oder zum Angebot dualer Studiengänge. Mit Corporate Volunteering-Projekten unter dem Motto „Audi Ehrensache“ sowie mittels der internen Kommunikation will der Konzern seine Mitarbeiter in Themen der gesellschaftlichen Unternehmensverantwortung einbeziehen.

„Saubere Autos aus sauberen Fabriken“

Da Audi als eine Marke zum Volkswagen-Konzern gehört, fehlt der Druck von Analysten und Ratingagenturen zur Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichtes. Jedoch gehört das Bekenntnis „Wir leben Verantwortung“ zu den Schwerpunkten der im vergangenen Jahr verabschiedeten Strategie 2020. Seit Juli 2011 gibt es die mit sieben Mitarbeitern besetzte Corporate Responsibility-Abteilung unter Leitung des promovierten Ingenieurs Peter Tropschuh. Audi ist eine starke Marke, deren Kunden „saubere Autos aus einer sauberen Fabrik“ erwarten, so der CR-Leiter.

Saubere Autos reduzieren ihren CO2-Ausstoß. Doch gerade ein Audi soll auch sportlich (also schnell)sein. Das Unternehmen fährt deshalb eine Doppelstrategie: “Wir wollen dynamische und emotionale Autos bauen und gleichzeitig Umwelt und Ressourcen möglichst schonen“, sagt Tropschuh. Einer im Oktober veröffentlichten Studie des Center of Automotive Management (CAM) zufolge stoßen die Audi-Neuzulassungen durchschnittlich 144,5 Gramm CO2 pro Kilometer aus. Damit emittieren sie weniger CO2 als die PKW-Neuzulassungen anderer deutscher Premium-Hersteller. Andererseits ist damit der von der EU-Kommission ab 2012 stufenweise einzuführende, wenig ambitionierte CO2-Grenzwert für Neuwagenflotten von durchschnittlich 130g CO2/km noch nicht erreicht. Und nicht nur für umweltbewusste Privatkunden, sondern auch für Unternehmenskunden spielt der CO2-Ausstoß ihrer Fahrzeuge eine wachsende Rolle. CO2-Optimierung erfordert eine intelligente Entwicklung und die Verwendung von Leichtbaumaterialien, die allerdings tendenziell teurer sind.

CO2-neutrale Produktionsstätten

Traditionell stark ist Audi bei der Wahrnehmung der Umweltverantwortung an den Unternehmensstandorten ausgeprägt. So ist das Werk in Neckarsulm bereits seit 1995 nach dem Eco-Management and Audit Scheme (EMAS) der Europäischen Gemeinschaft zertifiziert und gilt damit als Vorreiter in der Branche. Der Standort Ingolstadt wurde zwei Jahre später ebenfalls EMAS-zertifiziert, demnächst soll er als erster Audi-Standort klimaneutral produzieren. Dazu dienen große Maßnahmen wie der Bezug von Ökostrom und auch kleinere wie die Umstellung von hydraulischen auf mechanische Pressen. Wann genau das Ziel der Klimaneutralität erreicht sein soll, wird wohl im CR-Bericht zu lesen sein. Dieser Bericht wird in einer ausführlichen Online-Version erscheinen, aber auch – abgespeckt – als Print, und sich an den Standards der Global Reporting Initiative (GRI) orientieren. Geplant ist zudem eine Bestätigung des CR-Berichtes durch einen Wirtschaftsprüfer.

An der Vorbereitung arbeitet die CR-Abteilung intensiv. Die Erwartung der Stakeholder hat das Team mit einer Online-Befragung und in Experten-Interviews erfassen lassen. Aktuell geht es um eine Bestandsaufnahme konkreter Daten, die Voraussetzungen für die Definition von Nachhaltigkeitszielen und Zwischenzielen sowie für die Steuerung von CR-relevanten Kennzahlen bilden. Die konkrete Festlegung der CR-Ziele ist dann eine Vorstandsentscheidung. Audi entwickelt seine Nachhaltigkeitsstrategie in Abstimmung mit dem Volkswagen-Konzern, aber durchaus mit eigenen Schwerpunkten. Ein Detail: Volkswagen spricht von CSR, Audi bezeichnet die unternehmerische Verantwortung als CR.

Zukunft der Mobilität

Verantwortungsthemen drehen sich insbesondere um die Zukunftsgestaltung. Im Rahmen der Audi Urban Future Initiative will das Unternehmen einen Beitrag zur Diskussion über und zum Verständnis der Zukunft von Mobilität leisten. Und das Unternehmen gestaltet unmittelbar zukunftsgerichtete Projekte mit. Etwa den Bau einer Methanisierungsanlage: Bei der Erzeugung von synthetischem Methan wird regenerative, überschüssige Wind-Energie langfristig gebunden und der Umwelt CO2 entzogen werden. Mit dem so gewonnenen E-Gas fahren Automobile so emissionsarm und umweltfreundlich wie Elektroautos, die mit Windstrom betrieben werden, heißt es bei Audi.

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Foto: Rekuperation – Verlust wird zu Gewinn: Die ABS-Prüfstände am Standort Neckarsulm sind mit einem Rekuperationssystem ausgerüstet.