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580.000 Euro Geldstrafe für deutschen Fischkutter in Frankreich

Cherbourg (afp) – Der Betreiber des deutschen Fischkutters „Maartje Theadora“, der vor der französischen Küste wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Fischereirecht gestoppt worden war, muss eine Geldstrafe von 580.000 Euro bezahlen. Die Westbank Hochseefischerei GmbH muss außerdem 15.000 Euro Schadenersatz an ein regionales französisches Fischereikomitee bezahlen, wie ein Gericht am Dienstag im nordwestfranzösischen Cherbourg entschied. Das Schiff darf erst nach Zahlung der Strafen wieder auslaufen.

Der Fischkutter – einer der größten in Europa – war am vergangenen Mittwoch vor dem Kap von Antifer im Ärmelkanal gestoppt worden. Das Schiff mit 57-köpfiger Besatzung wurde in den Hafen von Cherbourg geleitet, wo es seither festlag. Den Betreibern der „Maartje Theadora“ wird vorgeworfen, unangemeldet bestimmte Fische gefangen zu haben und zudem zwei Netze für eine größere Ausbeute kombiniert zu haben. Medien hatten berichtet, von den 3980 Tonnen Fisch an Bord hätten 2000 Tonnen nicht den Vorschriften entsprochen.

Der Chef des niederländischen Mutterunternehmens der Westbank Hochseefischerei GmbH, Diederik Parlevliet, äußerte sein Unverständnis über den Gerichtsentscheid: „In anderen Länder hätten wir höchstens 25.000 bis 30.000 Euro gezahlt.“ Eigner und Betreiber des Schiffes ist die holländische Gruppe über ihre Tochterreedereien in Deutschland, die Westbank Hochseefischerei GmbH und die Doggerbank Seefischerei GmbH. Der Heimathafen der „Maartje Theadora“ ist Rostock.

Gegen die Fischfang-Methoden des mehr als 130 Meter langen Fischkutters hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace bereits mehrfach protestiert. Das Schiff steht laut Greenpeace für „das Versagen der Fischereipolitik der EU“ angesichts der Überfischung der Meere. Die Organisation wirft den Betreibern auch vor, durch ihren industriellen Fischfang lokalen Fischern die Lebensgrundlage zu entziehen.

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