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Adidas-Chef: Konzern spielt nicht „Weltpolizisten“ für höhere Löhne

München (afp) – Der Chef des deutschen Sportartikelherstellers Adidas hat die niedrige Bezahlung von Textilarbeitern in Entwicklungsländern verteidigt. „Die jeweiligen Regierungen, ob demokratisch gewählt oder nicht, legen Mindestlöhne fest. Und an diese Spielregeln halten wir uns“, sagte Herbert Hainer der „Süddeutschen Zeitung“ vom Donnerstag. „Adidas kann doch nicht den Weltpolizisten spielen.“ Das Unternehmen wolle aber ein „nachhaltiger Arbeitgeber“ sein und fühle sich für die Arbeiter verantwortlich, welche die Produkte herstellten.

Textilien lasse der Konzern auch in der Türkei und anderen südeuropäischen Ländern produzieren, aber bei der Fertigung von Schuhen sei „fast das gesamte Know-how nach Asien abgewandert“. Hainer zufolge würden Adidas-Produkte „deutlich teurer“ werden, wenn das Unternehmen sie nur in Europa produzieren lassen würde. Zahlreiche westliche Konzerne lassen aufgrund der deutlich niedrigeren Kosten in Asien Kleidung nähen und Schuhe herstellen. Die Produktionsbedingungen stehen jedoch immer wieder in der Kritik.

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