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Leiharbeit-Arbeitgeberverband bekennt sich zu Lohnzuschlägen

Berlin (afp) – Der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP) hat sich zu für die Metallbranche festgelegten Lohnzuschlägen für Leiharbeiter bekannt und seinen Mitgliedsunternehmen davon abzuraten, diese zu umgehen. „Wir empfehlen das unter keinen Umständen“, sagte BAP-Vorstandsmitglied Vera Calasan der „Frankfurter Rundschau“ vom Montag. BAP stellte sich damit gegen das Vorgehen einiger Leiharbeitsfirmen sowie gegen frühere Empfehlungen des zweiten Branchenverbandes IGZ.

Seit November haben Leiharbeiter in der Metallbranche nach sechs Wochen Einsatz Anspruch auf Lohnzuschläge von zehn bis 15 Prozent. In der letzten von fünf Stufen erreicht der Zuschlag nach neun Monaten 35 bis 50 Prozent. Allerdings haben nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall viele Beschäftigte die Zuschläge bislang nicht erhalten, weil die Unternehmen sie mit anderen Zuschlägen verrechneten oder durch Abgruppierungen zu umgehen versuchten.

„Tarifrechtlich ist das teilweise möglich, aber es ist nicht so gedacht“, sagte Calasan dazu der „FR“. Dagegen hatte die IGZ dem Bericht zufolge zunächst sogar einen Musterarbeitsvertrag verbreitet, der solche Umgehungsmöglichkeiten zulässt. Laut „FR“ ist aber auch dieser Verband inzwischen davon abgerückt und rät nun ebenfalls davon ab, die neuen tariflichen Ansprüche nicht umzusetzen. IGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz sagte dazu der „FR“, die ursprüngliche Fassung des Musterarbeitsvertrages sei „missverständlich“ gewesen.

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