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Fonds wollen Kitas bauen

Berlin (afp) – Investmentgesellschaften haben Kitas als Anlageobjekt entdeckt: Der Frankfurter Fondsanbieter Habona wolle einen geschlossenen Immobilienfonds für Kindertagesstätten auflegen, berichtete die Zeitung „Sonntag Aktuell“. Habona investiere 30 Millionen Euro in zehn bis 15 Einrichtungen, die alle im Rheinland entstehen sollten. Von Renditen bis jährlich sechs Prozent sei die Rede. Das Angebot richte sich bislang an institutionelle Anleger wie Stiftungen und Pensionskassen.

Der geschäftsführende Gesellschafter von Habona Invest, Roland Reimuth Mrics, hatte Mitte Dezember in einem Interview mit einer Fachzeitschrift gesagt, die Suche nach Grundstücken für Kitas in Köln habe begonnen. Dort würden 40 bis 50 Kitas gebraucht. Die nächsten „logischen Schritte“ seien Düsseldorf und Bonn, Groß- und Kleinstädte vor allem in den alten Ländern. Bislang investierte Habona in den Bau von Einzelhandelsimmobilien.

„Sonntag Aktuell“ berichtete unter Berufung auf „Brancheninformationen“, dass auch mehrere andere Anbieter Kita-Fonds planen. Diese wollten auch bei Privatanlegern Geld einsammeln. Der Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, Niels Nauhauser, warnte allerdings davor: Geschlossene Fonds seien grundsätzlich nichts für Kleinanleger, weil sie das Risiko eingingen, ihr gesamtes eingesetztes Geld zu verlieren, sagte er der Zeitung.

Nach den Plänen der Bundesregierung sollen bis August 780.000 Betreuungsplätze für unter Dreijährige zur Verfügung stehen – laut Städte- und Gemeindebund fehlen aber noch 150.000 Plätze. Vor allem in Ballungsgebieten fehlen Kitas.

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