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Nachhaltigkeit: Deutsche Brauereien kaum transparent

Bier aus deutschen Brauereien gilt als ein reines Produkt, frei von Skandalen und erfreut sich weltweit höchster Beliebtheit. Wie aber verhält es sich mit der ökologischen und sozialen Verantwortung im Brauereigewerbe? Die Verbraucher-Initiative „rank a brand“ hat dies untersucht und in einem Branchenbericht veröffentlicht.

Berlin (csr-news) > Bier aus deutschen Brauereien gilt als ein reines Produkt, frei von Skandalen und erfreut sich weltweit höchster Beliebtheit. Wie aber verhält es sich mit der ökologischen und sozialen Verantwortung im Brauereigewerbe? Die Verbraucher-Initiative „rank a brand“ hat dies untersucht und in einem Branchenbericht veröffentlicht.

Rund 100 Liter Bier wird in Deutschland pro Jahr und Kopf getrunken, rund 20 Liter weniger als noch vor zehn Jahren. Seit Jahren versucht die Branche den Abwärtstrend mit neuartigen Mixgetränken zu stoppen und hat dabei vornehmlich die jüngere Generation im Visier. Durch bunte Farben und ebenso vielfältige Geschmacksrichtungen tritt der leicht bittere Geschmack des Biers in den Hintergrund genauso wie der Alkoholgehalt. Dadurch ist die Branche schon mit ihrem ersten Verantwortungsproblem konfrontiert. Jugendlich sollen als Käuferschichten angesprochen werden, sollen aber gleichzeitig auf Alkohol verzichten. Die Branche reagiert mit Initiativen wie etwa „Bier erst ab 16“ oder „Dont’t drink and drive“ und versucht auf diesem Wege den Jugendlichen einen verantwortungsvollen Umgang mit alkoholischen Getränken näherzubringen.

Zurückhaltender gibt sich die Branche, wenn es um den Klimaschutz geht. Zwar kommunizieren die Unternehmen allgemeine strategische Ansätze, konkrete Zahlen zum Klimaschutz nennen sie kaum. „Rank a brand“ hat bei den 18 größten und beliebtesten Brauereien diesen Aspekt untersucht. Die Ergebnisse werden durch eine Untersuchung des europäischen Brauereiverbandes aus dem Jahr 2012 bestätigt. „Deutsche Brauereien weisen im europäischen Vergleich die geringste Transparenz in Bezug auf Umweltleistungen auf“. Dabei gehört Deutschland mit mehr als 1.300 Braustätten zu den größten Produktionsstandorten in Europa. Am besten schnitt im Vergleich ein eher kleineres Unternehmen ab, die Bierbrauerei Neumarkt Lammsbräu. Das Unternehmen aus der Oberpfalz verfasst einen eigenen Nachhaltigkeitsbericht nach dem höchsten GRI-Standard. Die insgesamt geringe Auskunftsfreudigkeit bei Nachhaltigkeitsthemen birgt für die Branche erhebliche Reputations- und Regulierungsrisiken, so die Autoren der Studie.

Insgesamt wurden in der Studie die Bereiche Klima- und Umweltschutz untersucht, beispielsweise in den Feldern CO2-Bilanz, Nutzung erneuerbarer Energien, Wasserfußabdruck sowie Verpackungs- und Abfallmanagement. Ausgewählt wurden 18 Unternehmen die zum einen aus den zehn beliebtesten Biermarken einer Verbraucherumfrage resultieren sowie den acht größten Brauereibetrieben. Bezogen auf die Nachhaltigkeitsberichterstattung gab es erhebliche Unterschiede zwischen den Betrieben, die sich oftmals auch in der Nachhaltigkeitsperformance zeigten. Nur fünf der Unternehmen bzw. deren internationale Muttergesellschaft berichten nach GRI-Standards, immerhin zehn Unternehmen verfügen über keinerlei Berichterstattung. Dennoch machen fast alle Unternehmen Angaben zu ihrer Klimastrategie, sechs veröffentlichen sogar eine CO2-Bilanz. Insgesamt zeigt sich ein Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeitsberichterstattung und Nachhaltigkeitsmanagement, je ausführlicher die Unternehmen berichten, desto intensiver ist meist auch das Nachhaltigkeitsmanagement. Insgesamt zeigt sich die Branche jedoch sehr zurückhaltend mit Informationen – auffallend ist auch hier die Neumarkter Lammsbräu.

Der vollständige Bericht kann bei „rank a brand“ bestellt werden.

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