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Weltwasserjahr 2013

Jedes Jahr sterben etwa 3,5 Millionen Menschen an den Folgen einer schlechten Wasserversorgung, mehr als 880 Millionen Menschen hatten im vergangenen Jahr keinen Zugang zu sauberem Wasser. Der weltweite Verbrauch von Süßwasser gilt als eine der größten Herausforderungen der Zukunft. Um das Bewusstsein für dieses Problem zu schärfen, haben die Vereinten Nationen 2013 zum „Internationalen Jahr der Zusammenarbeit zum Wasser“ erklärt.

Berlin (csr-news) > Jedes Jahr sterben etwa 3,5 Millionen Menschen an den Folgen einer schlechten Wasserversorgung, mehr als 880 Millionen Menschen hatten im vergangenen Jahr keinen Zugang zu sauberem Wasser. Der weltweite Verbrauch von Süßwasser gilt als eine der größten Herausforderungen der Zukunft. Um das Bewusstsein für dieses Problem zu schärfen, haben die Vereinten Nationen 2013 zum „Internationalen Jahr der Zusammenarbeit zum Wasser“ erklärt.

Die globale Wasserfrage kann nur gemeinsam gelöst werden, heißt es bei der UNESCO, die für die Koordination aller Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Weltwasserjahr 2013 verantwortlich ist. Das Jahr soll erfolgreiche Beispiele der Zusammenarbeit identifizieren und bekannt machen aber auch die Regierungen weltweit dazu aufrufen dem Thema eine deutliche höhere Priorität einzuräumen. Im letzten Weltwasserbericht der UNESCO aus dem vergangenen Jahr wurden die dringendsten Probleme und Herausforderungen benannt. Darin heißt es: „Eine nachhaltige Nutzung des Wassers ist wesentlich für eine tragfähige gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung weltweit. Wasser hat eine zentrale Bedeutung für Ernährung, Gesundheit, Umwelt, Wirtschaft und Energieerzeugung. Eine sinnvolle Wasserbewirtschaftung setzt daher Sektor übergreifende Lösungen voraus“.

Obwohl über 70 Prozent der Erde mit Wasser bedeckt sind, stehen der Menschheit davon nur rund drei Prozent als Trinkwasser zur Verfügung. In manchen Regionen der Erde steht den Menschen kaum sauberes Wasser zur Verfügung, in anderen herrscht dagegen kein Mangel. Dies gilt beispielsweise für Deutschland, obwohl die Bundesbürger seit Jahren immer weniger Wasser verbrauchen. Mit knapp über 120 Litern pro Person und Tag liegt der Verbrauch dennoch weit über dem Verbrauch in Entwicklungsländern. Zunächst kein Problem, wenn nur die eigenen Wasservorräte genutzt werden. Unter dem Begriff des „Water Footprint“ wird aber zudem der virtuelle Wasserverbrauch erfasst, also der Verbrauch von Wasser in anderen Regionen, beispielsweise durch Produktionsstätten in Entwicklungsländern. Schnell wird durch diese Betrachtung die globale Dimension des Problems deutlich. So wird für die Produktion von Kleidungsstücken aus Baumwolle rund 11.000 Liter Wasser pro Kilogramm benötigt, der größte Teil davon für die Bewässerung der Felder. Extreme Auswirkungen auf den weltweiten Wasserbrauch haben auch die veränderten Nahrungsgewohnheiten. Während für die Herstellung eines Kilogramms Reis etwa 2.500 Liter Wasser benötigt werden, sind dies für ein Kilogramm Rindfleisch schon 15.000 Liter.

Für Unternehmen, vor allem solche in Produktionsbereichen mit hohem Wasserverbrauch, bedeutet dies die Notwendigkeit eines nachhaltigen Wassermanagements. In allen Branchen haben Unternehmen mit Vorzeigeprojekten die Möglichkeiten aufgezeigt, beispielsweise durch die Wiederaufbereitung von verbrauchtem Wasser etwa für Kühl- oder Reinigungsprozesse. Durch internationale Lieferketten ist eine Vielzahl von Unternehmen betroffen und die sollten die eigenen Risiken kennen. Im aktuellen „Global Water Report 2012“ des Carbon Disclosure Projekts zeigte sich, dass immer mehr Unternehmen mit den Auswirkungen des weltweiten Wasserproblems konfrontiert werden. Über die Hälfte der Unternehmen gab an, schon einmal mit negativen Auswirkungen von Wasserknappheit, Verunreinigung oder schlechter Wasserqualität konfrontiert worden zu sein. Eine deutliche Zunahme gegenüber der Vorjahresumfrage. Wie Unternehmen diese Aufgaben und Risiken managen – dies zeigt die gleiche Umfrage – gewinnt bei Investoren zunehmend an Bedeutung.

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