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Weltwirtschaftsforum warnt vor „perfektem globalem Sturm“

Genf (afp) – Das Weltwirtschaftsforum hat angesichts der Krisenpolitik vieler Staaten weltweit vor dramatischen Folgen für Menschheit und Umwelt gewarnt. Die Bekämpfung der Wirtschafts- und Finanzkrisen nehme „auch in nächster Zukunft die ganze Aufmerksamkeit von Politik und Wirtschaft in Anspruch“, erklärte das Forum am Dienstag in Genf in seinem Bericht „Globale Risiken 2013“. Gleichzeitig gerate das Ökosystem der Erde „zunehmend unter Druck“. Seien aber beide Systeme Verwerfungen ausgesetzt, so könne dies den „perfekten globalen Sturm“ auslösen mit „potenziell verheerenden Folgen“.

Die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft weltweit werde durch die Geldpolitik der Notenbanken und die Sparpolitik der Staaten geprüft, erklärte das Forum. Gleichzeitig forderten die Menschen auf Seiten der Umwelt die Gefahr steigender Temperaturen und die „wahrscheinlich immer häufiger und schwerwiegend werdenden extremen Wetterereignisse“ heraus. „Ein plötzlicher und massiver Kollaps in einem Bereich führt zweifellos dazu, dass in dem anderen Bereich die Entwicklung effektiver und langfristiger Lösungen kaum mehr zu realisieren ist“, warnte das Forum.

Der Herausgeber des Berichts, Lee Howell, forderte angesichts der Ergebnisse der Untersuchung, Staaten müssten ihre Handlungsfähigkeit stärken. „Die nationale Widerstandsfähigkeit gegenüber globalen Risiken muss Priorität erhalten, damit kritische Systeme auch im Falle einer massiven Störung funktionsfähig bleiben“, erklärte Howell. Für die Studie befragte das Weltwirtschaftsforum weltweit über tausend Experten und führende Wirtschaftsvertreter.

Demnach sehen die befragten Experten und Wirtschaftsentscheider Einkommensunterschiede als derzeit größtes globales Risiko. Zweitgrößtes Risiko ist die Überschuldung vieler Staaten, wie aus den Untersuchungsergebnissen hervorgeht. Der steigende Ausstoß von Treibhausgasen ist demnach drittgrößtes globales Risiko.