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Verband der Werbeartikelhersteller führt CSR-Zertifizierung ein

Der europäische Verband der Werbeartikelhersteller bietet seinen Mitgliedern ein eigenes CSR-Zertifizierungsprogramm an. Der Präsident der European Promotional Products Association (EPPA), Hans Poulis, stellte das dreistufige Programm am Mittwoch in Düsseldorf der Öffentlichkeit vor. „Ein profitables Geschäftsmodell reicht nicht mehr aus, wir brauchen nachhaltige Profite“, sagte Poulis. Mit der Selbstregulierung will der Verband auch einer gesetzlichen Regulierung durch die EU zuvorkommen.

Düsseldorf (csr-news) – Der europäische Verband der Werbeartikelhersteller bietet seinen Mitgliedern ein eigenes CSR-Zertifizierungsprogramm an. Der Präsident der European Promotional Products Association (EPPA), Hans Poulis, stellte das dreistufige Programm am Mittwoch in Düsseldorf der Öffentlichkeit vor. „Ein profitables Geschäftsmodell reicht nicht mehr aus, wir brauchen nachhaltige Profite“, sagte Poulis. Gegenüber CSR NEWS ergänzte er, dass insbesondere die großen Werbeartikelhersteller die Notwendigkeit einer CSR-Zertifizierung sähen, da diese von industriellen Großkunden erwartet werde. In der durch kleine und mittelständische Unternehmen geprägten Werbeartikelbranche gelte es darüber hinaus, noch einiges an Kommunikationsarbeit zu leisten.

Poulis sprach auf der Fachmesse PSI in Düsseldorf, auf der die EPPA-Projektmanagerin Claire Teurlings Einzelheiten zu dem geplanten CSR-Zertifizierungsprogramm vorstellte. So sollen die auf der ersten Stufe (Bronze-Level) zertifizierten Unternehmen einen Code of Conduct unterzeichnen und ihre geschäftlichen Aktivitäten danach ausrichten. Die auf der zweiten Stufe (Silber-Level) zertifizierten Unternehmen setzen die Elemente des Code of Coduct im täglichen operativen Geschäft um und dokumentieren dies, sie benennen einen CSR-Verantwortlichen in der Geschäftsführung und informieren ihre Mitarbeiter über die CSR-Aktivitäten. Darüber hinaus auditieren Unternehmen der dritten Stufe (Gold-Level) ihre unmittelbaren Zulieferer nach CSR-Kriterien und stellen sich auch selbst einem Nachhaltigkeits-Audit durch einen unabhängigen Zertifizierer.

Da Werbeartikel aus den unterschiedlichsten Produktkategorien mit den verschiedensten Nachhaltigkeitszertifikaten stammten, gebe es einen Bedarf an einem übergreifenden Standard, sagte Teurlings. Die EPPA biete keine Produkt-, sondern eine Prozesszertifizierung. Das Thema „Verantwortung in der Lieferkette“ sei dabei besonders relevant, da etwa 95 Prozent der Werbeartikel aus Niedriglohnländern stammten. Der niederländische Verband biete bereits eine ähnliche Zertifizierung an, die nun auslaufe und durch die europäische ersetzt werde. Zudem sagte Teurlings, die Branche wolle mit der Selbstregulierung einer Regulierung durch die Europäische Union zuvorkommen.

Wie CSR NEWS im Gespräch mit den Werbeartikelherstellern auf der PSI-Messe erfuhr, sind die CSR-Aktivitäten ihres Verbandes dort noch überwiegend unbekannt. Wenige Anbieter stellen Nachhaltigkeitsaspekte ihrer Produkte im Marketing nach vorne. Nach Auskunft vieler Anbieter zählt nach wie vor der Preis als ausschlaggebendes Kaufkriterium. Anders ist dies bei großen Herstellern wie der bayerischen Firma elasto form. Das Unternehmen sei Mitglied in der Business Social Compliance Initiative (BSCI), auch weil dies von Großkunden erwartet werde, sagte die Qualitätsmanagerin des Unternehmens, Susanne Regler. Elasto form würde eine Vereinheitlichung der Zertifizierungen begrüßen, deren Erfolg sei aber von der Akzeptanz durch die Kunden abhängig, so Regler weiter. Eine Zertifizierung sei zudem immer mit Kosten verbunden, und hier gebe es in der preissensiblen Werbeartikelbranche Grenzen.

Die PSI gilt mit 963 Ausstellern und voraussichtlich über 16.000 Besuchern als die europaweit größte Messe der Werbeartikelbranche.