Nachrichten

Nachhaltige Werbeartikel: Noch kein Trend, aber eine Wende

„In Deutschland geht es immer noch um Billigprodukte“, sagt der Berliner Werbemittelberater Kai Reimers. Die typische Erfahrung für einen Werbemittelhändler sei, dass sein Kunde ihn um jeden Cent drücke – und nicht, dass er nach den Herstellungsbedingungen der Produkte frage. Dennoch zeichnet sich eine Wende ab: Für große Anbieter ist CSR ein wichtiges Thema, und manche kleinen wollen gerade mit der Nachhaltigkeit ihrer Angebote punkten.

Düsseldorf (csr-news) – „In Deutschland geht es immer noch um Billigprodukte“, sagt der Berliner Werbemittelberater Kai Reimers. Selbst bei Anfragen der öffentlichen Hand zähle am Ende der Preis und nicht die Nachhaltigkeit von Werbemitteln. Die typische Erfahrung für einen Werbemittelhändler sei, dass sein Kunde ihn um jeden Cent drücke – und nicht, dass er nach den Herstellungsbedingungen der Produkte frage. Reimers Erfahrung teilen viele der Aussteller auf Europas größter Werbemittelmesse PSI in Düsseldorf. Und dennoch zeichnet sich eine Wende ab: Für die großen Anbieter ist Corporate Social Responsibility ein wichtiges Thema, und manche kleinen wollen gerade mit der Nachhaltigkeit ihrer Angebote punkten.

Senator gehört zu den großen der Branche und wirbt mit seinem SER (Social & Environmental Responsibility)-Programm. „Wir wollen das Image und das Niveau in der Branche voranbringen“, sagt Geschäftsführer Michael Nick. Industriekunden und andere Großabnehmer verlangten heutzutage eine Nachhaltigkeitszertifizierung der Werbemittel. Senator ist Mitglied in der Business Social Compliance Initiative (BSCI). Das Thema CSR hat der Werbemittelhersteller in sein Qualitätsmanagement integriert und er wird eines von sieben Unternehmen sein, mit denen das neue CSR-Zertifizierungsprogramm des europäischen Werbemittelverbandes, der European Promotional Products Association (EPPA), startet.

Mit Nachhaltigkeit auf dem Markt punkten will der dänische Anbieter Neutral Certified Responsibility. Geschäftsführer Lars Bech bezieht seine Textilprodukte von einem Anbieter, mit dem er bereits seit sechs Jahren zusammenarbeitet. Seine Produkte weisen eine Vielzahl von Labeln auf: GOTS und das EU-Ecolabel sowie SA8000, das bei Neutral an die Stelle des BSCI-Labels getreten ist.

Das Schweizer Textilunternehmen Switcher gehört zu den Nachhaltigkeitspionieren in der Branche. Mit dem Einsatz von Biobaumwolle, seiner CSR-Berichterstattung oder der Mitgliedschaft in der Fair Wear Foundation will Switcher die nachhaltige Unternehmensführung voranbringen uns seine Kunden überzeugen. Hinzu kommen umweltfreundliche und zugleich kreative Angebote wie die aus 97 recycelten PET-Flaschen bestehenden Shoftshell-Jacken (Foto). Eine Besonderheit ist die Verwendung des Respect-Codes, der den Entstehungsprozess der Switcher-Produkte bis auf die Baumwollfelder nachvollziehbar werden lässt.

Aber auch das gibt es auf der PSI-Messe: Hersteller, an deren Produkten die Attribute „naturfreundlich“ oder „verantwortlich“ prangen, und die dazu auf Rückfrage keine Auskunft geben können.

Hinterlassen Sie einen Kommentar