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GUTcert: CSR-Berichte entsprechen nicht immer der Wirklichkeit

Große Unternehmen stellen sich in ihrer Nachhaltigkeitskommunikation häufig zu gut da. „Mittelständler und ‚Kleine‘ verkaufen sich eher unter Wert und sind mit ihrer nachhaltigen Entwicklung oft weiter, als sie in ihren Berichten offenbaren“, heißt es weiter in der aktuellen Studie „Nachhaltigkeitsmanagement deutscher Unternehmen im Spiegel der Berichterstattung“ von GUTcert.

Berlin (csr-news) – Große Unternehmen stellen sich in ihrer Nachhaltigkeitskommunikation häufig zu gut da. „Mittelständler und ‚Kleine‘ verkaufen sich eher unter Wert und sind mit ihrer nachhaltigen Entwicklung oft weiter, als sie in ihren Berichten offenbaren“, heißt es weiter in der aktuellen Studie „Nachhaltigkeitsmanagement deutscher Unternehmen im Spiegel der Berichterstattung“ von GUTcert. Die Zertifizierungsgesellschaft hat in einem eigenen NachhaltigkeitsCheck 27 CSR- und Nachhaltigkeitsberichte von Unternehmen auf den vorderen Plätzen des aktuellen IÖW/future Rankings auf die darin enthaltenen Angaben zur nachhaltigen Unternehmensentwicklung untersucht.

Dabei zeigte sich: Die meisten Unternehmen berichten zu Strategien und Ziele, jedoch nicht zu deren Umsetzung, zum Controlling und zur Zielüberwachung durch die Geschäftsführung. Bei jedem fünften Unternehmen fehlten Angaben zum Risikomanagement und etwa jedes sechste gibt keine Auskunft über die Bewertung der Nachhaltigkeitsleistungen durch das Management.

Angaben zu Umweltfreundlichkeit und Sicherheit der Produkte fehlen bei der Hälfte der Unternehmen, nur jedes vierte Unternehmen berichtet nach GUTcert-Angaben ausführlich dazu. Ebenso fehlen in den CSR-Berichten Angaben zur Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter: die Angaben zur nachhaltigen Unternehmensentwicklung in Bezug auf die Personalentwicklung, die Weiterbildung und den Gesundheitsschutz bezeichnet die Studie als lückenhaft.

Zudem setzen CSR-Berichte sehr unterschiedliche Schwerpunkte: Manche lesen sich wie Sozialberichte, andere dagegen wie Umweltberichte, heißt es bei GUTcert. Die wenigsten Unternehmen berichten danach ausführlich zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder zur nachhaltigen Durchdringung der Lieferantenkette.

Die Vollständigkeit der Berichte werde häufig mit einem zu hohen Umfang erkauft, aber es gebe auch kurze und vollständige Berichte – wie den von Bayer. „Nachhaltigkeitsberichte müssen also nicht lang und dick sein, um einen einigermaßen vollständigen Überblick zu geben. Lange Berichte will und kann in der Öffentlichkeit niemand lesen“, so die Studie.

Als bestplatzierte und einziges ‚beispielhaftes‘ Unternehmen ging die Deutsche Telekom mit 872 von 1.000 möglichen Punkten aus der Studie hervor.

Die Studie „Nachhaltigkeitsmanagement deutscher Unternehmen im Spiegel der Berichterstattung“ > zum Download im Internet

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