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Jahresvergleich: Elf Frauen mehr in Chefetagen der Großunternehmen

Berlin (afp) – Der Frauenanteil in Vorständen und Aufsichtsräten deutscher Unternehmen hat sich im vergangenen Jahr nur minimal erhöht. Gegenüber dem Jahr 2011 gab es in den 200 umsatzstärksten deutschen Unternehmen lediglich elf Frauen mehr in den Vorstandsetagen, wie aus dem am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Managerinnen-Barometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervorgeht. Etwas mehr Dynamik zeigten nur die 30 Dax-Konzerne mit einer Verdoppelung des Frauenanteils.
Laut DIW arbeiteten im vergangenen Jahr insgesamt 970 Führungskräfte in den Führungsetagen der 200 ohne den Finanzsektor umsatzstärksten deutschen Unternehmen. Von diesen 970 Führungskräften waren demnach 931 Männer und 39 Frauen, womit der Frauenanteil bei vier Prozent lag. Im Jahr davor standen 914 Männern 28 Frauen gegenüber, was einem noch geringeren Anteil von drei Prozent entsprach.

In den 30 Dax-Konzernen gab es in den Vorstandsetagen hingegen mit einem Anstieg von 3,7 Prozent auf 7,8 Prozent mehr als eine Verdoppelung des Frauenanteils. In absoluten Zahlen betrachtet arbeiteten vergangenes Jahr fünfzehn Frauen in einem der DAX-Vorstände, nach sieben im Jahr davor. Die Macherinnen der Studie sehen in der stärkeren Dynamik der Dax-Konzerne kein Anzeichen einer grundsätzlichen Trendwende – diese Unternehmen stünden stärker im Fokus und hätten damit einen höheren Handlungsdruck. Weiterhin gebe es zudem keine Chefin eines Dax-Konzerns.

Stärker als im Vorstand vertreten sind Frauen dem DIW zufolge in Aufsichts- und Verwaltungsräten, wo sich bei den 200 größten Unternehmen der Frauenanteil von 11,9 Prozent im Jahr 2011 auf 12,9 Prozent im vergangenen Jahr erhöhte. In den Dax-Konzernen stieg der Anteil von 15,7 Prozent auf 19,4 Prozent.

Im internationalen Vergleich liegt Deutschland mit diesen Zahlen in der Europäischen Union auf Rang sechs und damit knapp über dem Durchschnitt. Dabei gibt es aber einen großen Abstand zu den Spitzenreitern Finnland, Lettland und Schweden. Im nicht zur EU gehörenden Norwegen ist der Frauenanteil sogar fast drei Mal so hoch wie in Deutschland.

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