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CSR in der Bundespolitik: Die Positionen der Parteien

Im aktuellen CSR-Magazin wurde in einem Überblick die Nachhaltigkeitspolitik der aktuellen Regierung behandelt. Ergänzend dazu haben wir bei allen Parteien ihre Haltung zur Unternehmensverantwortung und damit auch zu den von der Europäischen Kommission geplanten Offenlegungs- und Transparenzpflichten angefragt. In den nächsten Tagen werden alle Statements auf CSR-NEWS veröffentlicht. Den heutigen Auftakt machen die beiden großen Volksparteien CDU und SPD.

Berlin (csr-news) > Im aktuellen CSR-Magazin wurde in einem Überblick die Nachhaltigkeitspolitik der aktuellen Regierung behandelt. Ergänzend dazu haben wir bei allen Parteien ihre Haltung zur Unternehmensverantwortung und damit auch zu den von der Europäischen Kommission geplanten Offenlegungs- und Transparenzpflichten angefragt. In den nächsten Tagen werden alle Statements auf CSR-NEWS veröffentlicht. Den heutigen Auftakt machen die beiden großen Volksparteien CDU und SPD.

Die CDU zur Unternehmensverantwortung

(Quelle: Parteizentrale)

„Die Soziale Marktwirtschaft setzt auf unternehmerisches Engagement und Verantwortung. Gerade der Mittelstand geht hier in Deutschland mit gutem Beispiel voran. Er sorgt nicht nur für Ausbildung, Beschäftigung sowie Produkte und Dienstleistungen in hervorragender Qualität. Vielmehr wird hier sehr oft und freiwillig zusätzlich gesellschaftliche Verantwortung in verschiedenster Form übernommen. Spenden, Sponsoring und Patenschaften bei sozialen Projekten seien hier nur als Beispiele genannt.

Seine Leistungsfähigkeit und sein vielfältiges Engagement kann gerade der Mittelstand aber nur entfalten, wenn er gute Rahmenbedingungen vorfindet. Der Bundesregierung ist es gelungen, diese in den letzten Jahren entscheidend zu verbessern. Laut Mittelstandsbarometer (Ernst&Young) ist die Zustimmung des Mittelstandes zur Standortpolitik in Deutschland von 10 Prozent in 2005 auf mittlerweile 87 Prozent gestiegen. Einen wesentlichen Beitrag hierbei dürfte das Sinken der Bürokratiebelastungen der Wirtschaft um rund 11 Mrd. Euro (etwa 22,5 Prozent) geleistet haben.

Die CDU will diesen Erfolg nicht gefährden und wendet sich daher gegen neue gesetzliche Berichtspflichten zu sozialen und ökologischen Informationen im Rahmen von CSR. Solche gesetzlichen Berichtspflichten wären mit erheblichem Bürokratieaufwand insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen verbunden. Zudem wären sie eine Abkehr vom Prinzip der Freiwilligkeit, mit dem wir insgesamt gute Erfahrungen gerade im Mittelstand haben. Unter diesem Aspekt werden wir auch den nunmehr von der EU-Kommission angekündigten Richtlinienvorschlag prüfen.“

Die SPD zur Unternehmensverantwortung

(von Wolfgang Tiefensee, MdB)

„Die SPD-Bundestagsfraktion unterstützt die Initiative der Europäischen Union, Offenlegungs- und Transparenzpflichten für Unternehmen einzuführen. Damit wird das richtige Zeichen gesetzt, nachhaltiges Unternehmertum zu honorieren. Unternehmen dürfen nicht länger im Wettbewerb benachteiligt werden, weil sie soziale und ökologische Verantwortung übernehmen. Um aber auch zu verhindern, dass sich Unternehmen freikaufen, brauchen wir einheitliche und überprüfbare Standards. Diese Standards sollen gemeinsam von Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und NGOs erarbeitet werden. Dafür machen auch wir uns als SPD-Bundestagsfraktion stark- nicht zuletzt mit unserem Antrag, in dem wir die schwarz-gelbe Bundesregierung auffordern, sich in den EU-Verhandlungen für die Verpflichtung einzusetzen.“

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