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Ministerium testet Kennzeichnung regionaler Lebensmittel

Berlin (afp) – Angesichts der Bedeutung regionaler Produkte für Verbraucher ist in fünf Regionen Deutschlands eine Testphase für das sogenannte Regionalfenster angelaufen. In 20 Testmärkten gibt es bis Mitte April rund 150 verschiedene Lebensmittel mit zusätzlichen Angaben zu Herkunft und Zutaten, wie das Bundesverbraucherministerium in Berlin am Freitag mitteilte. Die Testmärkte liegen in Baden-Württemberg, Berlin/Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Hessen und im Großraum Hamburg.

Eine Umfrage des Ministeriums habe ergeben, dass zwei Drittel aller Verbraucher beim Einkauf darauf achten, dass Lebensmittel aus einer bestimmten Region kommen, erklärte Aigner. Bei dem neuen Regionalfenster handele es sich um eine freiwillige Kennzeichnung und eine Ergänzung zu bestehenden Regionalsiegeln und -initiativen, aber nicht um noch ein weiteres Markenzeichen oder Siegel. Ein mehrstufiges Kontrollsystem werde für Sicherheit und Transparenz sorgen.

Im Regionalfenster wird neben der Region immer die Herkunft der Hauptzutaten und der Verarbeitungsort genannt. Damit sollen Kunden auf den ersten Blick erkennen können, was an dem Produkt regional ist, wie Aigner betonte. Außerdem können die Hersteller auch nähere Angaben zur Herkunft des Futtermittels machen.

Bei schwäbischen Maultaschen mit dem Regionalfenster können Kunden beispielsweise auf den ersten Blick erkennen, dass sie in Baden-Württemberg hergestellt wurden und sowohl das Schweinefleisch als auch der Weizen für den Nudelgrieß zu 100 Prozent aus dem Bundesland stammen. Damit ist laut Ministerium die Herkunft der beiden Hauptzutaten klar genannt und garantiert.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisierte das auf Freiwilligkeit basierende Regionalfenster als unzureichend. Für Verbraucher werde die Verwirrung durch ein weiteres, unverbindliches Siegel „nur noch größer statt kleiner“, erklärte Oliver Huizinga von Foodwatch. Vielmehr müssten Hersteller verpflichtet werden, die Herkunftsländer der Hauptzutaten ihrer Produkte anzugeben. „Es spricht Bände, dass Frau Aigner den einzig klaren Weg nicht gehen will, nämlich die Initiative für eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung auf allen Produkten zu ergreifen“, erklärte der Experte.

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